Free Stevia: Presse

Pressestimmen zum Thema

Sie finden im Folgenden nur eine Auswahl aus Zeitschriften und Zeitungen. Irgendwann haben wir aufgehört zu sammeln.

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Süßes Wunderkraut ersetzt Zucker

New York – Zucker und Süßstoff bekommen gesunde Konkurrenz: Das bislang unbekannte Kraut „Stevia“ schmeckt nicht nur zuckersüß, sondern ist obendrein noch supergesund.

Der kalifornische Arzt Ray Sahelian: ,,Es enthält keine Kalorien, hebt nicht den Blutzucker, schützt die natürliche Mundflora und hat keinen chemischen Beigeschmack." Bei US-Diätfans ist ,,Stevia" bereits der Renner. In Südamerika werden die getrockneten Blätter der Pflanze schon seit Jahrzehnten als Süßstoff verwendet. Ihr Geheimnis: Sie sind zehnmal so süß wie Tafelzucker.

Bild-Zeitung Ausgabe BRD 26-06- 2001

 

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Stevia-Entwarnung

Das natürliche Süßungsmittel Stevia  (siehe Bericht in BIO 6/99)   war in Verdacht  geraten krebserregend zu sein. Hier die Stellungnahme der Autorin:

Friedrich Reuss, Diplom-Chemiker und öffentlich vereidigter Sachverständigter schreibt in seinem Gutachten: ,,Gerüchte über ein angebliches Krebsrisiko bei Verwendung von Stevia entbehren jeder wissenschaftlichen Grundlage. Aufgrund des antioxidativen  Inhaltsstoffes kann man davon ausgehen, dass Stevia-Tee sogar eine krebsschützende Wirkung aufweist.

Die Weltgesundheitsorganisation ist derzeit damit befasst Stevia als besonders förderungswürdigen Süßstoff zu empfehlen.“

Aufgrund der wirtschaftlichen Interessen der Süßstoffindustrie darf Stevia-Pulverextrakt in Deutschland leider nur mit der Aufschrift „Zusatz für Tiernahrung“ verkauft werden. Von dieser aufgezwungenen Deklaration sollte man sich nicht abschrecken lassen.

Barbara Simonsohn, 22607 HAMBURG

BIO 09/99

 

Echt süß!
Schon was von Stevia gehört?

Süßstoff mag nicht jeder, Honig paßt nicht Immer, und Zucker wollen viele nicht.
Gut, daß es noch was anderes gibt: Reformhäuser und Naturkosthandel bieten neue Süßmacher für jeden Geschmack.

Die Honig-Blätter der Indios
Stevia, die Chrysanthemenart mit süßen Blättern, wächst wild in Brasilien und Paraguay. Die Indios nehmen das Kraut seit Jahrhunderten zum Kochen. Heute wird es auch in Asien, Israel und den USA angebaut. Bei den Japanern landet der Süßmacher schon in Kaugummi, Joghurt, Cola light und Sojasoße, würzt eingelegtes Gemüse und Fischgerichte. Bei uns ist der Pflanzenstoff aber noch ein Geheimtip. Der Grund: Stevia wurde bisher nicht als Süßungsmittel zugelassen. Deshalb werden die getrockneten und geriebenen Blätter nur als ,,Stevia-Tee"angeboten. Er schmeckt angenehm süß und erinnert in stärkerer Konzentration an Süßholz. Auf der Packung steht der Hinweis, daß man den Aufguß (ein halber Teelöffel Blätter auf eine Tasse kochendes Wasser) als ,,natürliches Würzmittel" für Getränke und Speisen verwenden kann. Und mit Steviapulver und -extrakt kann man auch kochen und backen. Warum gibt's also kein grünes Licht von den Behörden? ,,Weil Belege fehlen, daß das Produkt nicht gesundheitsschädlich ist, erklärt das Bundesinstitut für gesundheitlichen Verbraucherschutz und Veterinärmedizin. Die deutsche Importeurin Helga Zeck-Weitz vermutet einen anderen Grund. ,,Die Zucker- und Süßstoff-lndustrie will nicht, daß wir ihr Konkurrenz machen."

Tatsächlich gibt es keine Langzeitstudien zur Verträglichkeit, dafür aber eine ganze Reihe von Untersuchungen. Durch die weiß man, daß die Pflanzenblätter reich an Eisen und Mangan sind, 15mal süßer als Zucker und obendrein noch zahnfreundlich! Und die Indios benutzen Stevia auch gegen Bluthochdruck, Diabetes und Sodbrennen.

Aus Brigitte 15/99, Seite 198-199, Susanne Kuessner: ,,Echt Süß! "

 

 

 

Natürliches Süßungsmittel: Kennen Sie Stevia?

Besser bekannt ist Stevia rebaudiana unter der Bezeichnung Süßkraut. Es handelt sich um eine Pflanze aus Paraguay, die dort unter dem Namen Caä Hee' zum Süßen von Speisen und Getränken verwendet wird. Ihre Blätter enthalten verschiedene Terpenverbindungen wie zum Beispiel Steviosid, die um ein Vielfaches süßer sind als Zucker. Mit Zucker hat Stevia aber nur den süßen Geschmack gemeinsam, denn es enthält weder Kalorien, noch fördert es Karies. Gesundheitsschädliche Einflüsse von Stevia sind nicht bekannt.

In einigen Ländern wie Japan oder USA ist Steviosid auch isoliert als Süßungsmittel zugelassen. In Deutschland wird bisher nur das getrocknete Kraut als Tee oder Pulver beispielsweise in Apotheken angeboten. Der süß schmeckende lnhaltsstoff löst sich in kalten Flüssigkeiten und ist hitzebeständig. Mit Süßkrautauszügen können neben Getränken auch Süßspeisen oder Kuchen kalorien- und kohlenhydratfrei gesüßt werden.

Aus: Diabetiker Ratgeber 6/99

 

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Stevia unter Beschuss

Gerade war das "Süßkraut" Stevia dabei, als gesunde Alternative zu Zucker, Saccharin und Cyclamat den deutschen Markt zu erobern, da schiebt die Europäische Union dem "süßen Glück" (s. auch esotera 1/2000, " Die süße Alternative) einen Riegel vor. Der Lebensmittelausschuss der EU hat die Zulassung von Stevia rebaudiana (Foto) mit der Begründung abgelehnt, dass nicht genügend Informationen vorlägen, die eine Unbedenklichkeit garantierten. Unberücksichtigt bleiben dabei die zahlreichen wissenschaftlichen Untersuchungen, die seit Jahrzehnten in einigen Ländern durchgeführt worden sind und die Unbedenklichkeit von Stevia bestätigen. So ist Stevia in Japan seit 1976 zugelassen und wird in Kanada und den USA als Nahrungsergänzungsmittel angeboten. Befürworter des natürlichen Süßstoffs und Wissenschaftler haben sich nun zu einer "Internationalen Gesellschaft für Stevia Forschung" zusammengeschlossen, um durch wissenschaftliche Studien zu beweisen, dass Stevia gesundheitlich unbedenklich ist.

Esotera 7/2000

 

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kommentierter AUSZUG aus:

Veronika Maria: Garten+Haus 5/2004, Seite 74-75

GENUSS OHNE REUE
Stevia - gesunde Süße?


Der Traum eines jeden Übergewichtigen oder Diabetikers ist es, zu schlemmen, ohne Reue zu empfinden. Süßen, ohne auf den Zuckergehalt achten zu müssen - gewollt von Vielen.

Stevia - eine Pflanze aus Paraguay verspricht die Erfüllung dieses Wunsches. Mit vollem Namen heißt sie Stevia rebaundiana und stammt aus den Wäldern Paraguays.
Paraguay ist ein paradiesischer Ort. Die Bäume und Blumen blühen überall die herrlichsten Farben. Die Mangos reifen und fallen von den Bäumen oder werden von den Bäumen am Straßenrand gepflückt, um direkt gegessen zu werden.

Unscheinbares Pflänzchen
Genau das richtige Klima für die süße Pflanze. Seit Hunderten von Jahren süßen die Guarani-Indianer ihren Mate-Tee mit den lanzettlichen, ein bis fünf Zentimeter langen Blättern der Pflanze aus der Familie der Korbblütler (Asteraceae).
Die meiste Zeit über ist der Himmel in Paraguay strahlend blau. Wenn nicht gerade Sturm herrscht, in dessen Verlauf die Temperatur schon mal um fast 20°c fallen kann: vormittags
35°c und nachmittags dann nur noch 17°c. Aber die meiste Zeit bietet sich dem Auge das herrliche Zusammenspiel eines farbenfrohen Land.

Kommentar: "..solche stilistische Entgleisungen können anfangs noch für Heiterkeit sorgen. Richtig peinlich wird es, wenn Gregor Dietrich neue Inhaltsstoffe aus dem Hut zaubert und der Stevia-Pflanze empfängnisverhütende Eigenschaften unterstellt, Widersprüche zum Gesamttext aufbaut und auch sonst Einiges durcheinander bringt..."

Inhaltsstoffe: Zu den Inhaltsstoffen der Blätter gehören Diterpene, ätherisches Öl und Flavonoide. Für den süßen Geschmack sind die Diterpenglycoside Steviosid und Rebaudiside verantwortlich. Die Gehalte dieser Verbindungen in den Blättern schwanken stark und werden mit bis zu 20 Prozent der Blatttrockenmasse angegeben.
Die Blätter enthalten ebenfalls Stereoide, die ihre Nutzung als Empfängnisverhütungsmittel bei den Guarani begründen. Die Langzeitwirkung einer Niedrigdosierung dieser Phytohormone ist ebenso unbekannt wie Wechselwirkungen mit chemischer Empfängnisverhütung (Pille). Prinzipiell kann davon ausgegangen werden, dass die unkontrollierte Einnahme von Phytohormonen eher schadet. (Gregor Dietrich)


Kommentar: "..nach Seite 75 sucht man immer noch die redaktionelle Eigenleistung - oder war es gerade das?
..die Mangos reifen und fallen von den Bäumen.. and I never read such a Schmarren."

 

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Ilse Jaehner:
Blätter süß wie Zucker und weitaus gesünder
Süßstoff aus eigenem Garten oder vom Balkon

Zucker ist als Nahrungsmittel so gut wie wertlos und für die Gesundheit nicht eben zuträglich. Daher versuchen viele Menschen, mit allerlei Ersatz-Süßstoffen die Verwendung von Zucker zu vermeiden. Allerdings sind auch diese meist nicht ganz ohne Probleme.

Konkurrenzlos süß

Nun gibt es eine Pflanze mit soviel Süße in ihren Blättern, dass Zucker oder Süßstoffe nicht mithalten können. Diese Pflanze kann ohne weiteres im Garten wachsen oder auf dem Balkon, jedenfalls von Mai bis Herbst.
Der kleine Strauch, botanisch Stevia rebaudiana, stammt aus dem Grenzgebiet von Paraguay und Brasilien, also aus einem wärmeren Klima als hierzulande. Seine Blätter enthalten den Süßstoff Steviosid, der an Süßkraft ziemlich konkurrenzlos ist. Die einheimische Bevölkerung benutzt schon lange die Blätter zum Süßen. Inzwischen folgten Japan, China, Israel und andere Länder diesem Beispiel mit gutem Erfolg. Das wäre selbstverständlich auch hier möglich, doch gibt es amtliche Einwände gegen den kommerziellen Vertrieb von Süßmitteln auf Stevia-Basis.
Die Gründe sind nicht recht einzusehen. Trotzdem kann man in den Genuss der gesunden Süße kommen, indem man Süßkraut selbst kultiviert. Jungpflanzen werden im Frühjahr zunehmend von Gärtnereien angeboten, die sich auf Anzucht von Kräutern aller Art spezialisiert haben. Die Anzucht aus Samen ist schwierig und unsicher.
Da Süßkraut entsprechend der Herkunft Licht und Wärme liebt und keinen Frost verträgt, zieht man hierzulande am besten in Töpfen von mindestens 20 Zentimetern Durchmesser oder in kleinen Kübeln, die ab Mitte Mai bis Anfang Juni recht warm und sonnig stehen sollten, im Garten oder auf dem Balkon. Zum Einpflanzen gut geeignet sind humose Gartenerde oder handelsübliche Pflanzenerde für Balkonblumen. Es wird mäßig gegossen und gedüngt. Sowie es im Herbst kühler wird, kommt die Pflanze ins Haus. Überwintert sie bei 15-20 Grad, behält sie ihre Blätter. Geerntet sollte in dieser Zeit nicht werden. Steht sie kühler, zieht sie ein und treibt im Nachwinter bei wärmerem Stand neu.

Flüssiger „Zucker"

Man verwendet die grünen Blätter direkt zum Süßen von Tees, Salaten, Süßspeisen, Eis und dergleichen. Oder man übergießt die Blätter mit kochendem Wasser, lässt 10 Minuten ziehen, seiht ab und süßt mit dem Süßkraut-Wasser. Noch intensiver ist Extrakt aus 50 bis 150 Gramm frischen oder getrocknetten Blättern, die mit kochendem Wasser übergossen 30 Minuten köcheln und dann abgeseiht werden. Im Kühlschrank hält sich die Flüssigkeit einige Wochen. Zerstampfte getrocknete Blätter kann man wie Zucker über Speisen streuen und dienen zum Süßen im Winter.

aus: Wiesbadener Kurier vom 22.Juli 2002, Seite 9

 

 



Ingrid Schlotterbeck: Stevia versus Zucker

Die gesunde Alternative zu Zucker und Süßstoffen Zucker ist für gesund heitsbewußte Menschen schon seit längerem "out“, oder wird bestenfalls schlechten Gewissens konsumiert. Zucker läßt Karies entstehen und ist verantwortlich für die "Entkalkung von Zähnen und Knochen. Er führt zu Blutzucker- Schwankungen, Altersdiabetes, Magenkrankheiten. Er verursacht Vitamin-B-Mangel, schwächt das Immunsystem und läßt Kinder hyperaktiv werden. Er kann eine Fettleber begünstigen, führt unweigerlich zu Übergewicht, fördert die Krebsbildung und Akne. Er kann Depressionen auslösen und den Herzinfarkt, Kolitis und Kinderlähmung und - Zucker macht süchtig.

Lust auf Süßes - angeboren Die Geschmacksrichtung "süß" ist nun mal für den Menschen begehrenswert und wirkt angenehm auf die Psyche das ist angeboren, mit dieser Vorliebe kommen wir alle schon auf die Welt. Schon die Süße des Fruchtwassers hinterläßt eine solche Prägung beim Embryo, und später beim Säugling die extrem süße Muttermilch, die süßer als jede Tiermilch ist. Der amerikanische Professor Paul Rozin sagt: "In der Liebe zu Süßem spiegelt sich auch eine uralte Menschheitserfahrung wider, denn auf der ganzen Welt gibt es keine für den Menschen giftige Früchte die süß schmecken.“

So ist es kein Wunder, dass Kinder ewig nach Süßem verlangen, jedoch macht man das Problem schlimmer, wenn man ihnen nachgibt. Da Zucker ein isoliertes Kohlenhydrat ist, nimmt es dem Körper zu seiner Vitamine der B-Gruppe. Diese sind aber für eine ausgeglichene Stimmung und ein stabiles Nervensystem unentbehrlich. Fazit: Die Kinder werden auf Dauer unruhig, hyperaktiv und sogar aggressiv. Es ist ein Skandal, daß in den Cafeterias und Pausenshops der Schulen überwiegend stark zuckerhaltige Nahrungsmittel angeboten werden

Schlimmer als Zucker Weil sich viele Menschen des Problems durch die Zuckeraufnahme sehr wohl bewußt sind, greifen sie zu künstlichen Süßstoffen und glauben, sie hätten eine gesunde Alternative gewählt. MAGAZIN 2000plus wollte bereits 1998 einen aufklärenden, kritischen Artikel mit dem Titel "Aspartam, das süße Gift Der gefährlichste Lebensmittelzusatz?" über den künstlichen Süßstoff, der in einer großen Anzahl von Lebensmitteln weltweit verwendet wird, veröffentlichen. Die Information über die Gefährlichkeit dieses Produkts an die Öffentlichkeit wurde aber im letzten Moment, mit vielen Unannehmlichkeiten für die Herausgeberin, vom Hersteller verhindert.

Die gesundheitsschädigenden Wirkungen wie Kopfschmerzen, Depressionen, epileptische Anfälle, Übelkeit, Konzentrationsschwäche und viele mehr - bis zum erhöhten Krebsrisiko, die bei dem Konsum von Saccharin und Cyklamat drohen, ist bis heute nicht widerlegt. In England und den USA wurde Cyclamat verboten, außerdem sind auch bei uns Süßstoffe für Säuglinge und Kleinkinder generell verboten. Süßstoffe, die auch von Menschen bevorzugt werden, die auf ihre Linie achten, bewirken allerdings das Gegenteil: Sie machen auf Dauer dick. Bei der Einnahme signalisiert die Süße dem Körper, daß Zucker kommt. Er bereitet sich Z.B. mit Insulinausschüttung darauf vor, aber es kommt kein Zucker. Der Körper wird praktisch sozusagen betrogen. Die Folge ist eine Unterzuckerung und plötzlich auftretende Heißhungerattacken, die letztlich dazu führen, daß man doch zunimmt. Seit Jahren werden künstliche Süßstoffe in der Tiermast erfolgreich eingesetzt.

Das "süße Glück" Stevia rebaudiana, das "Honigblatt, das von den Indianern Paraguays auch "das süße Gluck" genannt wird, ist endlich auch bei uns auf dem Vormarsch. Seit Jahrhunderten schon benutzen es die Indianer Mittelamerikas zum Süßen ihres Mate-Tees, aber auch zu Heilzwecken zum Beispiel bei Diabetes, Bluthochdruck und bei Hautproblemen. Seinen poetischen Beinamen erhielt es, weil es ohne drogenähnliche Wirkung positiv auf die Emotionen wirkt und die gute Laune fördert.

Ein einziges Steviablatt ist bis zu zwanzigmal süßer als Zucker, und der Steviosid-Auszug hat 300mal mehr Süßkraft. Außerdem ist es kalorienfrei, was besonders in den Industrieländern als ideal angesehen werden muß, da viele Menschen hier in der Regel deutlich übergewichtig sind. in Japan hält "Kajahe", die Übersetzung für "Honigblatt", bereits mehr als 50% des Süßmittelmarktes. Bei allen Produkten, die Zucker oder Zuckerersatzstoffe enthalten, kann Stevia als "Genuß ohne Reue" eingesetzt werden.

1901: Ein süßer Stern geht auf Aber obwohl Stevia erst jetzt wörtlich und bildlich - in vieler Munde ist: Entdeckt wurde es bereits 1901 von dem Schweizer Botaniker Moses Bertoni:

"Ein paar kleine Blätter sind aus reichend, um eine Tasse starken Kaffees oder Tees zu süßen. Außer dem gibt es keinerlei giftigen Substanzen, die seinen Gebrauch einschränken. Stevia ist nicht nur nicht toxisch, sondern im Gegenteil gesund."

Auch später wurde nie irgendeine gesundheitsschädliche oder auch nur beeinträchtigende Wirkung für den menschlichen Körper beobachtet, man kann wahrscheinlich sagen, daß das Gegenteil der Fall ist. Innerlich und äußerlich angewendet, tut Stevia gut. Äußerlich setzen  die südamerikanischen Indianer  Stevia als Wundheilmittel ein, es soll  bei Ekzemen, Akne, Schuppenflechte  und anderen Hautproblemen helfen.  Sie stellen eine Mischung aus Steviablättern, Chrysanthemenblättern und mit Wasser verdünnter Heilerde her,  die bei Pigmentflecken jeglicher Art,  bei Insektenstichen und Falten helfen soll.

In Europa ist Stevia noch in der Forschung. Ein ganz wichtiges Kriterium in unseren Breitengraden für Stevia wäre die Aufnahme bei Übergewicht, da es bei 100 Milligramm (ca. einer Portion) weniger als eine halbe Kalorie enthält und quasi als eine Art unbedenklicher Appetitzügler auf fettige, ungesunde Speisen fungiert.

Daß es ein ideales, gesundes und nebenwirkungsfreies Süßmittel für Diabetiker ist, ist inzwischen eindeutig und offiziell in Japan anerkannt. Diabetiker, die Stevia eingenommen haben, bestätigen schon bei geringen Dosen pro Tag mehr Energie und Wohlbefinden.

Schön mit Stevia Die Indianer Südamerikas benutzen Stevia seit Jahrhunderten auch als Kosmetikum, und zwar nicht nur zur allgemeinen Pflege, sondern vor allem bei Hautproblemen jeder Art. Das wurde nun von den Kosmetikfirmen aufgegriffen, und es gibt in den USA und Japan ganze Kosmetik- und Hautpflegeserien auf SteviaBasis. Ganze Blätter sowie Extrakte und angerührte Pulver aus Stevia haben sich bewährt, um die Haut weicher und glatter zu machen und somit Fältchen verschwinden zu lassen, Unreinheiten zu bekämpfen und ihren Tonus zu verbessern. Auch in der Haarkosmetik wie bei Schuppen, Haarausfall, grauen, stumpfen und glanzlosen Haaren hat sich Stevia in den erwähnten Ländern bewährt.: Etwas Stevia, dem Shampoon beigegeben, eine Weile einwirken lassen. Besonders wirkungsvoll ist eine Kurpackung mit Stevia, das sie mit Olivenöl und Eigelb mischen, abgedeckt eine Stunde einwirken lassen und mit einem milden Shampoon auswaschen.

Der Siegeszug von Stevia "Zwölf Prozent der deutschen BevöIkerung leiden unter Diabetes. Hier könnte Stevia eine Lücke als Süßmittel schließen.'" (Heinz Brücher)

Karl Dietrich hatte 1909 in einem Vortrag über die Bestandteile der Stevia-Pflanze aufgrund des hohen Preises -damals 10 Mark pro Kilo - noch gesagt: "Wir brauchen also vorläufig nicht zu fürchten, daß durch diese Süßstoffpflanze unserem Zucker irgend welche Konkurrenz entsteht oder gar ein natürliches Saccharin damit eingeführt werden kann. - Zitat Barbara Simonsohn heute: "Mittlerweile wird Stevia in großem Ausmaß angebaut, und vielleicht sollte sich die Süßstoff- und Zuckerindustrie überlegen, ob sie nicht besser auf den fahrenden (Gesundheits-)Zug aufspringen und sich selbst um die Vermarktung von Stevia kümmern sollte, um der unliebsamen Konkurrenz etwas Positives abzugewinnen. Ein Gerücht will jedenfalls wissen, daß NutraSweet, Süßstoffhersteller in den USA, im Süden von Ontario bereits Stevia-Felder aufkauft."

Anmerkung in eigener Sache: Unmittelbar nach Fertigstellung dieses Artikels erreichte uns die Nachricht, daß Stevia innerhalb der EU als süßungsmittel noch nicht zugelassen ist. (Näheres dazu entnehmen Sie bitte den Kastentexten.) Trotzdem wollten wir Ihnen die Information über das Naturprodukt Stevia nicht vorenthalten.

Mit dem Verein "Internationale Gesellschaft für STEVIA-Forschung e.V." können Sie als Verbraucher unterstützend mitwirken, daß eine natürliche Süße auch auf dem europäischen Markt Einzug halten kann.

Aus: Magazin 2000 plus Spezial 4/2000, Seite 40-45 Kein Originallayout. Adressen wurden aktualisiert.

 

 

 

Nyttigt sötningsmedel motarbetas

Bladen till Stevia rebaudiana Bertoni som tillhör krysantemumväxterna användes som sötningsmedel av guarani-indianerna långt innan européerna invaderade Amerika. En renommerad schweizisk forskare, Moise Giacomo Bertoni, lärde känna växten i gränstrakten mellan Paraguay och Brasilien 1887. Så småningom korn den till Europa och "sockerpulver" extraherades på ett laboratorium i Frankrike på trettiotalet. Under andra världskriget odlades och användes stevia i England i brist på sockerimporter.

Fördelen med stevia är att den inte innehåller några kalorier, den påverkar inte tänderna (karies!) och är inte beroendefram kallande. Stevia är idealiskt för oner med diabetes mellitus. Gskilinad ftän ärt raffinerade I betsocker tillför stevia dessutom en rad sparelemcllty bland dem C-vitamin, betakaroten, krom fosfor och selen.

stevia pflanzePhoto:Free Stevia

Idag har stevia en stor spridning över hela världen, främst i Japan, Kina och Sydamerika där den speciella krysanternumarten odlas och används istället för sockerbeta och rörsocker eller kemiskt tillverkade sötningsmedel som det cancerframkallande aspartam. I Japan intar stevia 25 procent av den socker- och sockerliknande marknaden, i form av söta teblad, extraherad som pulver eller flytande. I USA har stevia inte fått tillstånd för livsmedelsindustrin men får säljas som kosttillskott i dietsyfte sedan 1994.
I de europeiska länderna som Spanien, Belgien, Tyskland och Bertonis hemland Schweiz hade stevia odlats i femton år och hade hållit sitt intåg i apotek och hälsokostaffärer när EU slog till med ett förbud den 22 februari 2000. Ett belgiskt laboratorium hade då sökt tillstånd för stevia som livsmedel och livsmedelstillsats och fick avslag. Det nuvarande informationsläget är inte tillräckligt för att garantera en omfattande ofarlighet för hälsan, begrundade EU sitt avslag; de föreliggande vetenskapliga undersökningarna är mötsägelseffulla, deras utförande motsvarar inte den gällande standarden. Men tvärtemot förmodar samtliga av livmedelsutskottet citerade vetenskapliga arbeten att stevia är ofarlig för hälsan! Ingen har dött av en överdos under de gångna fyrtio åren.

free stevia altes logoPhoto:Free Stevia
År 2000 införde EU ett förbud, på motsägelsefulla grunder, för den söta örten Stevia. EU:s avdelning för sockerindustrin ser ett hot mot sockermarknaden.


Samtidigt har EU:s marknadsavdelning för sockerindustrin låtit veta att man betraktar stevia som en produkt som kan förstöra sockermarknaden och att man skulle sätta sig emot ett tillstånd för stevia. Under tiden pågår försöksodling och forskning i Spanien med hjälp av EU-pengar. En ny omprövningsansökan kan dock dröja i ytterligare tio år.

Även om också Sveriges affärer är tömda på steviaprodukter finns det möjlighet att beställa produkterna via internet. Men en större genomslagskraft är svårt att uppnå den vägen. I Tyskland är man påhittig. Många producenter kommer att omdeklarera sin steviaprodukt och återgå till den gamla beteckningen "sötört" (Süßkraut), menar Ulrika Sachse från miljörörelsen Grüne Liga i Berlin. Det finns producenter som erbjuder stevia som djurfoder. Det var likadant när det rådde förbud mot alger som livsmedel. Då sålde hälsokostbutikerna de jodrika havsväxterna som badtillsats.
Susanne Gerstenberger

aus: Miljömagasinet 3/ 2004 / alternative Schwedische Presse

 

 

 

Stevia
Alternative Süßungsmittel aus der Natur –
von „sanfter Süßkraft” bis zu „Hochprozentern”

Honig, Melasse, Trockenfrüchte, Carob, STEVIA & Co

Kennen Sie die „Basissubstanz allen organischen Lebens”? Es handelt sich dabei nicht etwa um Eiweiß oder Fett. Das A und O unserer biologischen Existenz buchstabiert sich aus einem anderen Urstoff: den Kohlenhydraten. Und in ihnen verbirgt sich die von uns allen als angenehm - eben „süß"- empfundene Geschmackskomponente.

Sie  ist Chance und Risiko zugleich. Gefahren resultieren allein daraus, daß der Mensch es sich nicht hat nehmen lassen, der Natur wieder einmal ins Handwerk zu pfuschen. Der Sündenfall vollzog sich in zwei Schritten: Zuerst isolierte und konzentrierte man die in Früchten und Gewächsen nicht umsonst relativ sparsam vorkommenden süßen Verbindungen und produzierte sie hernach in Form von Fabrikzucker auf Halde. Als der dadurch angerichtete Schaden nicht mehr ignoriert werden konnte (Übergewicht, Karies und vieles andere mehr), ging man daran, durch energiearme, künstliche Ersatzstoffe der verhängnisvollen Kalorienflut aus Rohr und Rübe zu entgehen, was wiederum zu höchst problematischen „„Lösungen"” führte. Der nachfolgende Beitrag gibt eine Übersicht zu den wirklich ursprünglichen, natürlichen und gesunden Alternativen für einen süßen Genuß ohne Reue.

Viele Namen für eine einzige Misere

Rohrzucker Rübenzucker, Raffinade, Haushaltszucker, Fabrikzucker, Kristallzucker, Hagelzucker, Würfelzucker, Einmachzucker Gelierzucker (hier mit Pektin, Zitronen­oder Weinsäure), Kandiszucker (ob braun oder weiß), Puderzucker... dies alles sind phantasievolle Namen für ein und dieselbe Sache: Saccharose, ein isoliertes, süß schmeckendes Kohlenhydrat, das – bei den heutzutage verzehrten Mengen – im Körper geradezu Verheerungen anrichten kann (Karies, Übergewicht, wahrscheinlich Altersdiabetes, Herz-Kreislaufleiden u. ä.). Als Etikeftenschwindel kann man ebenfalls gebräuchliche Benennungen wie Roh-Zucker für den braunen Zucker bezeichnen. Denn roh ist daran nun wirklich gar nichts mehr. Fabrikzucker, Saccharose, ist in höchstem Maße unnatürlich, da es sich dabei um ein absolut „reines" Isolat und Nährstoff-Konzentrat handelt, einen Kaloriensprengsatz, der keinerlei Begleitstoffe enthält, wie sie für die ordnungsgemäße, zuträgliche und bekömmliche Umsetzung der Nahrung unabdingbar sind (Vitamin B1- und Calcium-Räuber).

 – Wolf im Schafspelz – der braune Zucker:

Die bräunliche Färbung ist hier nur Kosmetik und stammt aus minimalen Melasse-Resten. „Ein Blatt Salat enthält viel mehr Mineralien als eine Tüte braunen Zuckers", urteilte die „Süddeutsche Zeitung" schon vor Jahrzehnten treffend. Wieder etwas anderes ist brauner Kandis-Zucker. Er besteht aus ganz normalem Industrie-Zucker der mit Caramel oder Zuckercouleur eingefärbt wurde.

– Die Saccharidose (engl.: Saccharine disease):

Der Begriff wurde von den Forschern Cleave und Compbell geprägt. Sie erbrachten zahlreiche Belege – wenn auch keine schlüssigen Beweise – dafür, daß sowohl Diabetes wie Herz- Kreislaufleiden, Übergewicht, Magengeschwüre, Zahnkaries, Darmleiden, Krampfadern u. ä. Erscheinungsformen der „einheitlichen Grunderkrankung Saccharidose" sind, hervorgerufen durch den massenhaften Konsum von Fabrikzucker und Auszugsmehlen. Die aufgeführten Leiden stellen sich, so die Deutung von Cleave und Campbell zeitversetzt nach etwa 20 Jahren Fehlernährung ein. Auch bei Kindern inzwischen weit verbreitete Verhaltensstörungen wie Überaktivität, Aggressivität, Konzentrationsschwäche und Fahrigkeit bringen Experten mit dem hohen Verzehr von Süßigkeiten in Verbindung. In diesem Falle könnten erhöhte Streßhormon-Werte im Blut (Adrenalin) verantwortlich sein.
Lesetip: Der Industriezucker in allen seinen Erscheinungsformen kritisch aufs Korn genommen: „Zucker Zucker" von M. O. Bruker: emu-Verlag, Lahnstein 1995, ISBN 3-89189-034-6.

Der absolute Genuß ohne Reue: Süßes aus dem Früchtekorb

Obstsalate oder der Apfel „frisch aus der Hand” verzehrt – es gibt kaum etwas, das mehr Genuß verschafft. Obst eignet sich als Zwischenmahlzeit, daraus bereitete Salate ergeben eine optimale Nach- oder Vorspeise. Mit ein paar Nüssen und Trockenfrüchten kann man sie auch zur säftigenden und überdies entlastenden und entschlackenden Hauptmahlzeit aufwerten. Dazu sollte man aber sowohl die Rosinen oder Feigen wie auch Haselnüsse oder Mandeln vorher 4 bis 6 Stunden einweichen. Wertvolle Hilfen für ein naturgemäßes Süßen stellen Südfrüchte wie Mangos, Papayas, Orangen, Mandarinen (sehr süß, aber auch kernreich), Litchis (Lychees), Sharonfrucht (neugezüchtete, vollreife und süße Kaki-Sorte) dar. Zusammen mit Trockenfrüchten (Aprikosen!) lassen sich aus Obst im Mixer gute Frischfrucht-Marmeladen selbst herstellen.

Die Stars der gesunden und konzenfrierten Süße: Trockenfrüchte!

Bei den Trockenfrüchten nutzt man schon seit Urzeiten das einfachste und grundlegendste Konservierungsverfahren der Natur: den Flüssigkeitsentzug. Durch das Dörren bzw. Trocknen luftig an der Sonne oder im Ofen bei mäßigen Temperaturen sinkt der Wassergehalt der Früchte von ungefähr 85 % und mehr auf Werte zwischen 18 und 24 %. Dies unterbindet eine Vermehrung von Bakterien, was ansonsten zum raschen Verderb führen würde. Trockenfrüchten kommen zuweilen geradezu medizinisch-therapeutische Eigenschaften zu. Beispiele dafür sind z. B. die Heidelbeeren bei Durchfall. Nicht weniger heilsam sind getrocknete, ungeschwefelte Aprikosen; sie gehören zu den Lebensmitteln mit dem höchsten Gehalt an Carotinoiden, also an Herz- und Krebsschutzstoffen überhaupt. In Pflaumen und Rosinen konnten extrem hohe Werte an Antioxidantien nachgewiesen werden, von Verbindungen also, die vor Schädigungen durch Freie Radikale schützen.

Trockenobst wirkt in aller Regel (Ausnahme: Heidelbeeren) auch leicht abführend, regt also die Darmtätigkeit an – eine willkommene Begleiterscheinung für den meist chronisch verstopften Wohlstandsbürger. Besondere Erwähnung verdienen in diesem Zusammenhang Backpflaumen, Datteln und Feigen. Gerade letztere sind vorzügliche nebenwirkungsfreie Hausmittel zur schonenden Regulation der Verdauungstätigkeit.

Als „Schokoladenersatz” für Kinder eignen sich insbesondere Datteln. Doch Vorsicht. Konventionelle Massenware ist vielfach begast und auch oft gezuckert. Außerdem wird vor der Ernte in den Erzeugerländern reichlich Gift gesprüht, inzwischen mittels hydraulischer Lifts, um die Baumkronen der mächtigen Palmen zu erreichen. Bio-Qualität ist deshalb nicht nur empfehlenswert, sondern eigentlich unverzichtbar.

Seltene Kostbarkeit: Zweig-Datteln, erhältlich während der Wintermonate im Feinkost- und Naturkosthandel. Sie sind frisch geerntet, saftig und unbegast. Eine auffällige Besonderheit der Datteln ist ihr außerordentlich hoher Fruchtzuckeranteil.

Bei uns bislang fast unbekannt, im Orient in jedem Bazar zu kaufen: süße Dattelpaste, ein interessantes alternatives Süßungsmittel (gibt es im Block in türkischen Lebensmittelgeschäften). Unter den Feigen werden jene aus Smyrna (lzmir/Türkei) besonders geschätzt. Sie sind sowohl pur wie als Zutat zur Weihnachtsbäckerei, z. B. für Früchtebrote, beliebt. Feigen enthalten viel Traubenzucker, verleihen also rasch Energie.

Die Natur- und Rohkostbewegung entdeckte in den vergangenen Jahren weitere Spezialitäten aus der Dauerfrucht­Speisekammer. So gibt es im Reformhaus und Bioladen inzwischen auch getrocknete Bananen, Ananas, Mangos, Kirschen und Raritäten wie wilde Feigen, die sich sehr von der üblichen, großen und saftigen Handelsware unterscheiden oder Litschis (letztere sind beispielsweise in China sehr beliebte Trockenfrüchte). Übrigens: Bananen-Chips sind keine ursprünglichen Trockenfrüchte. Bei der Herstellung werden die Früchte kleingeschnitten, gekocht und dann erst getrocknet.
Lesetip: Der informative und preiswerte Ratgeber einer bekannten Ernährungsexpertin „Trockenfrüchte und Nüsse" von Marlis Weber, Südwest Verlag, München, 1999, ISBN 3-517-06112-3.

Honig, Ahornsirup & Co. – Die „Hochprozenter” unter den natürlichen Süßen

Was macht die „Hochprozenter"” aus? Sie sind Festtagsgenüsse, keine Alltagszutaten und immer ein Kompromiß, kein notwendiger Beitrag zur gesunden, vollwertigen Ernährung. Man verwendet sie in der Gesundheitsküche sparsam, auch wenn sie wie etwa der Honig in Anlehnung an Prof. Kailath unter die „Lebens”- Mittel (und nicht entwerteten Präparate u. ä.) fallen. Sie haben also nicht automatisch Vorfahrt auf dem Speiseplan, sondern sind Genußmittel.

HONIG

Die übliche Honig-Massenware, wie sie aus vielen Kontinenten (insbesondere Asien) in unsere Supermärkte schwappt, sollten gesundheitsbewußte Verbraucher schnell vergessen. Solche Produkte sind in der Regel vielfach und gründlich entwertet und nicht viel mehr als flüssiger, appetitlich golden eingefärbter Fabrikzucker, eine Zumutung und Strafe für Zähne und Gesundheit.

Auch guter Honig besteht fast vollständig aus Zucker (annähernd 80 %, sogenannter lnvertzucker: Mischung aus Trauben- und Fruchtzucker) und Wasser (20 %). Dazu kommen Aminosäuren, Mineralstoffel Spurenelemente (Kalium, Eisen, Phosphor), Vitamine (vor allem B-Vitamine), Enzyme (Invertase, Katalase u. a.), Hormone (Acetylcholin, Wuchsstoffe) und antibiotische Verbindungen („Inhibine”und Baktericide; sie helfen z. B. bei Erkältungskrankheiten) sowie geringe Mengen an Acetylcholin (Nerven, Darmperistaltik). Honig enthält darüber hinaus bestimmte antibiotisch wirkende Säuren (Ameisensäure, Milchsäure, Apfelsäure u. ä.) und ungefähr 50 Duftstoffe (Aldehyde, Ketone, Essenzen). Guten einheimischen Frühjahrs- oder Sommer-Honig erkennt man u. a. daran, daß er, bedingt durch den hohen Traubenzuckergehalt, auskristallisiert. Bleibt der Honig andauernd flüssig, deutet dies auf ein übermäßiges Erhitzen hin. Achten Sie, wenn Sie zu konventioneller Ware greifen, auf den grünen Gewährverschluß, ein von den deutschen Imkern entwickeltes Einheitsglas: Solcher Honig kommt immerhin direkt vom Imker.

Das Attribut „kaltgeschleudert" sagt bei Honig etwas weniger aus als bei Pflanzenöl, da die Honigschleuder inzwischen das Standardverfahren bei der Gewinnung ist. Wenn alles nach Vorschrift abläuft (was durchaus nicht ohne weiteres vorausgesetzt werden kann), darf Honig nicht über 45° C erhitzt werden. Explizit als „kaltgeschleudert” ausgezeichnete Ware wird in dieser Hinsicht strenger überprüft. Durchaus hilfreich ist auch das Qualitätsmerkmal „Wabenreife"”, das man neuerdings auf dem Glas finden kann. Es besagt, daß der Honig ausschließlich aus verschlossenen (= reifen, wie es sein sollte) Waben gewonnen wurde. International gelten jedoch sehr viel laschere Qualitätsstandards als bei uns. Honig wird oft unreif geerntet, enthält dann zu viel Wasser und geht leicht in Gärung über. Ins Gerede ist dabei in jüngerer Zeit besonders Honig aus China gekommen. Um den Gärprozeß zu stoppen und Verunreinigungen zu kaschieren, wird er unter Umständen höher erhitzt als erlaubt, was die enthaltenen Enzyme zerstört. Außerdem finden sich in solchen Honigen Rückstände von Chemikalien, die gegen Bienenschädlinge (arraamilbe, Faulbrut) eingesetzt werden.

Qualitätshonig gibt es kaum unter 5 Mark (pro 500 g). Am besten ist es, direkt beim Imker zu kaufen und auf Öko-Qualität zu setzen. Dann muß man sich weniger Sorgen um möglicherweise unerwünschte Bestandteile wie Pestizide, Gär-Rückstände, Medikamentenrückstände machen. Im Reformhaus und Naturkostladen gibt es oft eine große Auswahl an qualitativ hochwertigem kbA­Honig (Firmen Allos, De Rit/bio select). viele Läden beziehen den Honig direkt von regionalen Öko-lmkern, die bei Bioland, Demeter, Naturland organisiert sind.

Achtung: Honig weist eine höhere Süßkraft als Saccharose auf, was man beim Ersetzen von Fabrikzucker in Rezepten beachten sollte.

Verbrauchertip:    Info-Telefone der Öko­Anbauverbände: 06131/239790 (Bioland), 089/898082-0 (Naturland), 06755/84690 (Demeter).

Lesetip: „Sanft heilen mit Bienen-Produkten”, von S. Stangaciu & L. Hartenstein. Haug Verlag, Heidelberg 2000, ISBN 3-8304-2031-5.

AHORNSIRUP

Ahornsirup ist ein Baumharz und immer noch das – nach dem Honig – bekannteste und gebräuchlichste alternative Süßungsmittel. Man zapft dabei das Mark des Zuckerahorns (Acer saccharum) an, eines Baumes, der bis zu 40 m hoch werden kann. Ertrag pro Riese der nordischen Wälder: Jahr für Jahr etwa 40 Liter. Zum Verbraucher kommt der Saft allerdings nicht so, wie er aus dem Stamm quillt. Die wäßrige Flüssigkeit wird vielmehr in großen Anlagen kontinuierlich über einen längeren Zeitraum eingedampft, bei Temperaturen von etwas mehr als 100º C.

Öko- und konventionelle Qualitäten unterscheiden sich vor allem durch die von den Farmern (nicht) eingesetzten Hilfsstoffe, so z.B. chemische Lösungsmittel zur Erhöhung der Ausbeute, Antigerinnungsmittel, Schaumstopper, Bleichmittel u. ä.

lnhaltsporträt: Ca. 66 % Kohlenhydrate, fast ausschließlich Saccharose (nur etwa 1,5 % Fruktose oder Glukose) und ungefähr 33 % Wasser; minimale Spuren von Mineralstoffen und Vitaminen.

Die Süßkraft des konzentrierten Produkts ist deutlich intensiver als jene des Haushaltszuckers. Wird also in Rezepten Zucker durch Ahornsirup ersetzt, genügt die halbe Menge davon. Ahornsirup gibt es in verschiedenen Qualitäts-Graden (von A bis D). Sie unter­scheiden sich hinsichtlich der Färbung. Die hellsten, mildesten und teuersten Sorten werden zu Erntebeginn gewonnen (Grad AA).

AGAVENDICKSAFT

Die Agave stammt aus Mexiko. Dort gibt es noch etwa 300 Arten der Pflanze, unter denen der sogenannten Sisal-Agave eine besondere Bedeutung zukommt. Denn das Gewächs hält für den Menschen eine ungewöhliche Mitgift bereit: einen goldgelben, dickflüssigen Saft von unerhörter Süßkraft. Gebildet wird er im etwa ananasgroßen Blütenschaft der Pflanze, und zwar in schier überbordender Fülle – produziert doch eine einzige Pflanze mitunter innerhalb von drei bis vier Monaten nicht weniger als 900 Liter! Um den Saft „abzuzapfen” müssen nur der Sproß und die umliegenden Blätter eingeritzt und das gehaltvolle Naß mit einem Eimer aufgefangen werden.

Erst 1997 ist der süße Saft der Wüstenpflanze bei uns in Gesundheitskreisen als süße Alternative richtig bekannt geworden, eingeführt durch die Fa. AlIos (Mariendrebber).

Bisher wurde hierfür der Dicksaft aus der „blauen Agave tequib Weber" verwendet. Wegen der starken Nachfrage von Seiten der Tequib-Hersteller ist der Weltmarkt allerdings praktisch leergefegt. Bei AlIos machte man aus der Not eine Tugend und verwendet neuerdings in Zusammenarbeit mit ökologischen Projekten und Indio-Kooperativen den Saft aus der „Wilden Agave". Dicksaft aus der blauen Agave bietet (noch) der Säftehersteller Beutelsbacher an. Beim Agavendicksaft handelt es sich um ein wirklich reines Naturprodukt, ohne alle (konservierenden, schönenden) Zusätze, unbehandelt bis auf den Wasserentzug (Eindickung). Neben Zucker und Wasser enthält der Dicksaft geringe Mengen an Mineralstoffen (vergleichbar dem Honig), Saponine mit cholesterinsenkenden Wirkungen und Enzyme.

Zuckerprofil: Agavendicksaft weist eine höhere Süßkraft (125 %) bei geringerem Energiewert auf gegenüber der Saccharose. Bemerkenswert und einzigartig bei Produkten aus der blauen Agave (nicht so bei der wilden Sorte): Mehr als 90 % der enthaltenen Kohlenhydrate liegen als Fruchtzucker (Fructose) vor. In Maßen genossen, schont dieser die Bauchspeicheldrüse, was den Dicksaft besonders für Diabetiker geeignet erscheinen läßt.

SCHWARZE MELASSE AUS DEM ZUCKERROHR

Melasse wird kontrovers beurteilt. Sie gilt manchen seit den Veröffentlichungen von Cyrill Scott („Die Schwarze Melasse") als Heilmiftel, andere wiederum bezeichnen sie als minderwertiges „„Zuckerkonzentrat, wie es in der Natur nicht vorkommt" (Dr. M. O. Bruker). Andererseits enthält Melasse nachweislich den chromhaltigen Glukose-Toleranzfaktor, der die mit der konzentrierten Zuckeraufnahme verbundenen Risiken mindert.

Melasse gewinnt man bei der ganz gewöhnlichen Zuckerherstellung aus dem „Muttersirup" der letzten Stufe der Zuckerkristallisation. Der dunkelfarbene Rückstand („blackstrap"), der auf diese Weise schließlich übrig bleibt, ist besonders in Nordamerika sehr beliebt. Enthält nun aber die zähflüssige, dunkle Paste wirklich „nahezu alle lnhaltsstoffe des Zuckerrohrs", wie oft behauptet wird? Tatsache ist: Beim Eindicken bzw. Kochen gehen nicht nur die Vitamine, sondern sämtliche Enzyme und natürlich viele ursprünglich reichlich vorhandene Sekundäre Pflanzenstoffe verloren. Auch die Angabe, daß Melasse „sehr wenig Zucker enthält", ist nicht korrekt.

lnhaltsporträt: 50 % und mehr Zuckergehalt (2/3 Saccharose, 1/3 Fructose und Glukose), relativ viele Mineralien (Eisen 22 mg/100g, Magnesium 193 mg); kaum Vitamine. Rest: Wasser.

Melasse weist eine stärkere Süßkraft als Saccharose auf, kann also gegebenenfalls helfen, Haushaltszucker einzusparen.

ZUCKERRÜBENSIRUP

(„Rübenkraut“)

Auch aus eingekochten Zuckerrüben wird eine zähflüssige Masse, hier als Sirup bezeichnet, gewonnen. Vorgesetzt wird das Konzentrat als Energielieferant wegen des strengen Eigengeschmacks jedoch oft dem lieben Vieh. Oder es werden Hefen für die Spirituosenwirtschaft darauf gezogen. Solcher Zuckerrübensirup hat einen Zucker-Anteil von 40 bis 60 %. Er enthält noch viele Mineralstoffe der Rübe und auch einen allerdings geringen Anteil an B-Vitaminen. Der „kräftige und dominante" Geschmack ist allerdings nicht jedermanns Sache. Vorzüglich geeignet ansonsten für Desserts, Pfannkuchen, Backwaren und Quarkspeisen. Besonders im Rheinland schätzt man den Sirup als traditionellen Brotaufstrich.

Zum Ausprobieren: Bei den Sirupen gibt es ebenfalls zahlreiche Alternativen. Der Säfte-Hersteller Voelkel beispielsweise bietet Konzentrate aus Himbeeren, Schwarzen Johannisbeeren oder Schlehen an (Bioladen).

Lesetip: Eine schnelle Orientierung bietet hier die kleine Broschüre „Zucker, Sirupe, Honig, Zuckeraustauschstoffe, Süßstoffe“, erhältich gegen 3 Mark + Porto beim aid-Venrieb DVG, Bikenmaarstraße 8, D-53340 Meckenheim, TeL 02225/926746 und 926174 Fax 02225/926718.

UR-SÜßE

Vollrohrzucker aus Oko-Zuckerrohr ist der wohl „hochwertigste" Zucker, wenn man auf die auskristallisierte Zutat nicht verzichten will. Er wird in einem besonderen Herstellungsverfahren gewonnen. Hierbei preßt man das geschnetzelte Zuckerrohr aus und dickt den Saft unter ständigem Rühren schonend ein, wobei sich größere Kristalle bilden. Schließlich wird die verbleibende Masse getrocknet, fein vermahlen und gesiebt. Anders als beim ähnlich behandelten Roh-Rohrzucker, wird in diesem Falle der eigentliche Zucker vom zähflüssigen Sirup nicht getrennt. Beide alternativen Zuckerarten können direkt als Haushalts-Zucker-Ersatz eingesetzt werden (in Rezepturen, zu Getränken, Müslis etc.). Sie finden sich aber auch vielfach in Produkten der Reformwaren- und Naturkosthersteller (Schokolade, Fruchtmuse, Bonbons, Gebäck, Kekse u.a.)

„Vollwertig" ist auch die Ur-Süße nicht. Es spricht aber nichts dagegen, sie z. B. als Honigersatz für Backwaren zu verwenden. Denn Honig bietet hier keine Vorteile, da bei den dabei erreichten hohen Temperaturen die Enzyme –sie zeichnen den Honig vor den anderen „Hochprozentern" aus – vollständig abgetötet werden.

GOTT ERHALTE SIE: DIE MALZE

(vor allem Gerstenmalz; daneben: Weizen-, Mais- und Reismalz).

Malze stellen eine sehr interessante Alternative für (halbwegs) gesunde Leckereien dar. Ihre Besonderheit: Die entsprechenden Getreide werden auf natürliche Weise „verzuckert", dadurch nämlich, daß man sie „mälzt", also einweicht und zum Keimen bringt. Auf diese Weise verändern sich die enthaltenen Kohlenhydrate (von Stärke zu Malzzucker = Maltose).

Malze entwickeln eine geringere Süßkraft als Saccharose und weisen einen ausgeprägten Eigengeschmack auf. Dafür enthalten sie ein breiteres Spektrum an Inhaltsstoffen (auch Eiweiß und reichlich Mineralstoffe) als manch anderes allgemein höher eingeschätztes alternatives Süßungsmittel. Nach dem Keimen werden die Getreidesprossen gedarrt, grob zerkleinert, mit Wasser versetzt (Maische) und danach wieder eingedickt. Herkömmliches Malz kann mit Pestizid-Rückständen belastet sein. Öko-Malz gibt es z. B. von der Firma Lindenmeyer (Heilbronn).

Tip: Verwendet wird Malz z. B. als Brotaufstrich, Beigabe zum Müsli, in Joghurts und Fruchtquark, süßen Aufläufen, Backwaren aller Art.

Es gibt vor allem im Naturkostbereich noch zahlreiche weitere alternative Süßungsmittel, die zur Abwechslung für Backwaren und anderen süße Speisen verwendet werden können. Zu denken ist in diesem Zusammenhang z. B. an das Rübenkraut oder an Fruchtdicksäfte (vorzugsweise aus Äpfeln, Birnen aber auch aus Sanddorn u.a.). Wenn erhältlich, sollte man zu „Vollfrucht"-Erzeugnissen greifen, da hierbei nicht nur der eingedickte Saft, sondern die ganze Frucht („mit Stumpf und Stiel“) als Grundlage dient.

Verbrauchertip: Vollfrucht-Erzeugnisse gibt es z.B. von den Firmen Voelkel und Rabenhorst (Bioladen/Reformhaus).

Johannisbrot, Süßholz und andere echt alternative Kostbarkeiten

CAROB

Beim Carobpulver handelt es sich um ein Erzeugnis aus den „Karoben", das sind die Schoten des im östlichen Mittelmeerraum und inzwischen auch in Kalifornien kultivierten Baumes (Ceratonia siliquo).Seine Früchte sind etwa 20 cm lang, flach, 2 cm breit und enthalten eine Reihe von Kernen, die von süßem Fruchtfleisch umgeben sind. Dieses wird getrocknet und vermahlen (= Carob). Besonderheit: Das Mehl schmeckt nicht nur süß, sondern auch kakaoähnlich, ohne jedoch einen bitteren Nachgeschmack zu hinterlassen. Es enthält, anders als Kakao, keine anregenden, aufputschenden Substanzen (Theobromin, Coffein) und wenig Fett, dafür aber noch viele Vitamine und Mineralstoffe. Schon im Alten Ägypten bereitete man aus den Schoten des bis zu 50 Meter hohen Schattenspenders einen Sirup und legte darin Früchte ein.

Doch Vorsicht: Konventionelle Produkte mit „Johannisbrotmehl" werden aus Rohstoffen hergestellt, die zuvor bei der Lagerung gegen Schädlingsbefall begast wurden (z. B. mit Methylbromid). Auch muß man zwischen Johannisbrotpulver (Fruchtfleisch) und Johannisbrotkernmehl (Verdickungsmittel aus den Kernen) unterscheiden.

Carob findet sich in vielen „vollwertigen" Fruchtschnitten und Brotaufstrichen. Das Kernmehl wiederum wird als industrielles Verdickungsmittel (= E 410) z. B. in Eiscreme, Schmelzkäse, Sahne oder Würstchen sowie in zahlreichen Backwaren, Suppen- und Soßen- Erzeugnissen verwendet. In Reform ­und Naturkostkreisen bekannt ist z. B. Biobin, verwendet als Bindemittel für Schlagsahne u. Ä.  Auch in diesem Fall handelt es sich um die gemahlenen Johannisbrot- Kerne.

NUßMUS NACH HAUSMACHERART STATT INDUSTRIE-NUßNOUGAT

Dazu nimmt man z. B. jeweils 200 g Haselnüsse, 200 g Weizenkörner sowie Honig und Carobpulver (je nach persönlicher Vorliebe süßer oder pikanter). Die Nüsse werden im Zerkleinerer zu Brei püriert, der Weizen in der Mühle fein vermahlen. Beide Zutaten werden nun mit dem Honig und Carob gut verknetet. Das fertige Erzeugnis eignet sich vorzüglich als leckerer Brotaufstrich und kann im Kühlschrank mehrere Wochen lang aufbewahrt werden.

SÜßHOLZ UND LAKRITZE

Beim Süßholz (Glycyrrhiza glabra) handelt es sich um einen hochinteressanten Naturstoff – um ein Holz allerdings nicht. Verwendet wird vielmehr die Wurzel (Liquiritiae radix). Der daraus gewonnene Süßholzzucker weist immerhin eine 50-fach höhere Süßkraft als Rohrzucker auf.

Das Besondere am Süßholz: Im Zentrum der speziellen Wirkungen steht die Glycyrrhinzinsäure. Sie macht etwa 4 % der Wurzelauszüge aus. Darüber hinaus werden darin verschiedene Mehrfachzucker (Polysaccharide) in der Größenordnung von 10 gefunden.

Glycyrrhizinsäure entfaltet ein unerhört breites Wirkungsspektrum. Nachgewiesen sind antibakterielle, antivirale und antifungische Effekte. Die Säure macht die oberen Atemwege frei (schleimlösend) und hemmt Entzündungen des Magens und der Verdauungswege (Gastritis, Magengeschwüre). Außerdem zählt die Substanz zu den Radikal-Fängern (Antioxidantien). Zahnärzte wissen zu berichten und zu belegen, daß die Glycyrrhizinsäure der Bildung von Zahnbelägen entgegenwirkt (Kariesschutz). Im Orient ist Süßholz Bestandteil zahlreicher Naturarzneien. Süßholz-Wurzelauszüge sind sowohl in Lebensmifteln wie (pflanzlichen) Medikamenten und (medizinischen) Tees enthalten, z. B. Husten- oder Magen- Darm-Tees.

Finger weg von Lakritze! Diese beliebte Leckerei ist alles andere als gesund. Sie besteht nämlich hauptsächlich aus einem undurchschaubaren Gemisch aus Zucker oder Rübensirup, verkleistertem Mehl, Geliermitteln sowie Weichmachern und allerlei sonstigen Zutaten (z. B. E 151, ein künstlicher Farbstoff; Gummi arabicum). Und noch ein Warnhinweis: Vor allzu großem Süßwurzel-Konsum muß man abraten. Dabei kommt es nämlich zu Nebenwirkungen, die vor allem aus der Ausschwemmung von Kalium resultieren. Deshalb sollte man bei Bluthochdruck, Nierenleiden, Schwangerschaft vom Verzehr entsprechender Produkte absehen.

Einkauftip: Süßholz gibt es, relativ naturbelassen und sehr preiswert, stückchenweise in Asienläden.

LEHRSTÜCK STEVIA

Wie neuerdings so vieles, besaß Stevia in der Gesundheitsszene lange Zeit so etwas wie einen „Kultstatus". Nicht nur bringt das Kraut des südamerikanischen Strauchgewächses natürliche Süße ohne Kalorien in Speisen und Getränke. Es soll auch noch alle möglichen gesundheitlichen Wirkungen entfalten, von denen allerdings kaum welche wirklich handfest belegt sind. Der Höhenflug der Dschungelmedizin wurde unsanft gestoppt, als die EU-Behörden ihr auf dem gemeinsamen Markt die Rote Karte zeigten. Manche Beobachter wundern sich darüber, daß Stevia trotz des „Verbots" weiterhin von zahlreichen Anbietern verkauft wird – ein Ausdruck der allgemeinen Konfusion angesichts immer neuer marktrechtlicher Regelungen im Zusammenhang mit der „Globalisierung" und der Vereinheitlichung des europäischen Binnenmarktes. Denn Stevia wurde nicht etwa verboten, sondern als „neuartiges Lebensmittel" und Lebensmittelzutat nach der „Novel Food-Verordnung" der EG oder als Zusatz- oder Süßstoff nicht zugelassen. Hierfür gibt es bestimmte Voraussetzungen (z. B. den Nachweis toxischer Unbedenklichkeit), die man in diesem Fall nicht erfüllt sah. Inwieweit Stevia als Lebensmittel („lebende Stevia-Pflanze") oder als Teebestandteil vom EU-Bannstrahl betroffen ist, darüber wird noch gestritten.

Eine Lanze für die mittelamerikanische Süßpflanze bricht man beim Verein „Stevia für Alle" (Margit Holly, Scharnhorst Str 1, 65195 Wiesbaden, Fax 0611/9406839). Dort weist man auch darauf hin, daß manche neuere Bucherscheinung zu Stevia der Sache mehr geschadet als genutzt hat, weil das Gewächs darin als „Wunderpflanze" angepriesen wird – ein Anspruch, der nicht eingelöst werden kann. Trotzdem handelt es sich um eine wertvolle Alternative zu Zucker und Zuckerersatzstoffen, und es ist absolut überzogen, wenn die Presse in großen Lettern z. B. berichtet: „Verbraucherzentrale warnt vor dem Verzehr".

Bezugsquellen für die mehrjährigen PfIanzen (für Balkon und Garten), und zwar aus konfrolliert biologischem Anbau: Otzberg­Kräuter, Erich-Ollenhauer-Str 87 A, 65187 Wiesbaden. Blumenschule Rainer Engler,  Augsburger Str 62, 86956 Schongau.

Für Steviosid, Blätter, Pulver: MEDHERBs, Aunelstr. 70, D-65199-Wiesbaden, Fax 0611 -2046900, e-mail: info@medherbs.de

Lesetip: Nicht nur ein Lesevergnügen, sondern auch eine Augenweide bietet die durchgehend vielfarbige aktuelle Neuerscheinung: H. Fronek & P. Grosser: No Sugar? Stevia!,  Südwest Verlag, München, 2000, ISBN 3-517-06046-1.

Zusammenfassung

Das Thema „Süßigkeiten" ist heikel und rührt an die Grundfeste der Vollwert- und Reformkost. Scheinbar unversöhnlich stehen sich hier oft (über-) konsequente Asketen und (allzu) kompromißlerische Genießer gegenüber. Richtig ist, daß man die Gefahren vor allem des Fabrikzuckers keinesfalls unterschätzen sollte. Weißer “Öko­Zucker" beispielsweise, den es inzwischen auch schon gibt, verträgt sich nicht mit einer „alternativen", gesundheitsbewußten Ernährung. Durch „genußfeindliche" Parolen und Appelle zum Verzicht erreicht man jedoch immer weniger Verbraucher. Deshalb stellen alternative Süßungsmittel von Honig (geringe Mengen und nicht pur verwenden) bis zu den Trockenfrüchten (darin darf man schon einmal schwelgen) einen akzeptablen Mittelweg dar.

Der größte Fehler und die folgenreichste Unart ist es, Süßigkeiten konzentriert zu sich zu nehmen oder Kinder an solche zu gewöhnen. Auch Honig pur ist schlecht für die Zähne, denen klebrige Süße am meisten zu schaffen macht. Noch im Magen bildet sich dadurch eine konzentrierte Zuckerlösung. Sie reizt die Schleimhäute und kann durchaus Magengeschwüren Vorschub leisten.

Lassen Sie sich nicht einlullen. Im Moment erleben Süßigkeiten und Fabrikzucker in der Ernährungswissenschaft eine seltsame Rehabilitation. So gilt Schokolade manchen Professoren plötzlich fast als Heilmittel (z. B. durch lnhaltsstoffe wie Polyphenole, Antioxidanzien, wertvolles Eiweiß oder Serotonin) und ist, so die „Ärzte-Zeitung" „gut fürs Herz". Bei Eiscreme verweist man auf Calcium, Vitamine A und D, den B-Komplex. Außerdem, so die Experten, sei Zucker keineswegs jener Vitamin-B1-Räuber, als den ihn Dr. Bruker hinstellt. Denn der Körper sei darin geübt, das Vitamin nach Gebrauch wiederzuverwerten. Solche neuen Einsichten haben oft ihren Grund vornehmlich darin, daß es der Süßwarenindustrie nicht gerade gut geht. Die Umsätze und der Zuckerabsatz stagnieren, wenn auch auf hohem Niveau. Isolierter Zucker ist nicht die Ursache aller Krankheitsübel, aber doch ein wesentlicher Faktor für die massenhafte Verbreitung von chronischen Leiden. Und die üblichen Süßigkeiten sind ohne Zweifel langfristig unbekömmliche Mixturen aus minderwertigen, hochverarbeiteten sowie denaturierten Rohstoffen (Isolaten) und enthalten neben der süßen Fracht noch allerlei unzuträgliche Komponenten wie etwa viel Fett, das nicht nur dick macht, sondern auch den Stoffwechsel belastet.

Norbert Messing

NATUR UND HEILEN 12/2000

 

 

Natürliche Süße ohne Chance
Süssstoff-Pflanze Stevia in der EU verboten

Das Süßungsmittel Stevia darf in der EU nicht mehr verkauft werden. Insider vermuten, dass Zucker- und Süßstoffindustrie dahinter stecken.

Selten reagieren Behörden so prompt wie im Fall der Süssstoff-Pflanze Stevia: Kaum hatte die EU im Februar den Handel mit dem Kraut verboten, erhielt der Kölner Naturkostladen »Heuschrecke« Besuch vom Lebensmittelüberwachungsamt. Dringend wurde den Inhabern empfohlen, das in Naturkostkreisen als Stevia-Tee und »Süßgewürz« beliebte Süßungsmittel nicht mehr weiter zu verkaufen.

Geschätzt wird die südamerikanische Pflanze Stevia rebaudiana, weil ihre Blätter 15 -mal stärker süßen als Zucker, keine Kalorien haben und die Zähne nicht angreift.

Doch damit ist nun Schluss: »Stevia-Pflanzen und getrocknete Blätter sind als neuartige Lebensmittel oder Lebensmittelzutaten in der Gemeinschaft nicht zugelassen«, entschied der wissenschaftliche Lebensmittelausschuss der EU. Ebenfalls verboten ist das aus den Stevia-Blättern gewonnene Steviosid, dessen Süßkraft die von Zucker 300-fach übertrifft. Verkauft wurde es als Steviosid-Pulver oder als Stevia Pulverextrakt. In Fachkreisen wird derzeit über Studien diskutiert, wonach ein Abbauprodukt von Steviosid möglicherweise das Erbgut verändern kann.

Die EU begründete ihr Verbot damit, dass keine ausreichenden toxologischen Daten vorlägen, die eine gesundheitliche Unbedenklichkeit  von Stevia belegen. Ein belgischer Professor hatte bei der EU die Zulassung Stevias nach der Novel-Food-Verordnung beantragt – woraufhin die zuvor geduldete Pflanze verboten wurde. Insider vermuten, dass der Antrag nur dazu gedient habe, im Interesse der Zucker- und Süssstoffindustrie auf ein Stevia-Verbot hinzuwirken. Denn die Kriterien für eine Zulassung nach der Novel-Food-Verordnung sind streng und verlangen umfangreiche – und dementsprechend teure – Untersuchungen. Kritisiert wird auch die Einordnung Stevias als »neuartiges Lebensmittel«.

Denn in Südamerika süßt man schon seit Jahrhunderten mit der Pflanze, in Europa seit Mitte der 80-er Jahre. In Japan macht Steviosid bereits rund 40 Prozent der Süßungsmittel aus. Und auch in den USA darf der Süssstoff als Nahrungsergänzungsmittel verwendet werden.

Stevia-Fans in Deutschland versuchen nun, die Süßpflanze als Kosmetik-Zutat auf den Markt zu bringen. Derzeit sammeln sie Geld für ein Gutachten. Es soll die Unbedenklichkeit von Stevia-Kosmetik belegen. 

Caroline Link

 

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L`INFO DU MOIS

Nouveau: une plante qui remplace le sucre

Tous les diabetiques et les candidats à la minceur vont être contents. Une plante va les aider à se passer totalement de sucre : la stevia. Connue depuis des sièkles en Amérique du Sud, elle a un fort pouvoir sucrant. Et en plus, elle est pleine de vertus thérapeutiques. Hélas, elle est encore interdite à la vente en France..

Elle s'appelle officiellement Stevia rehaudiana Bertoni. Elle est utilisée depuis plusleurs siècles par les Guaranis et les, Indiens du Mato?Grosso pour sucrer leurs aliments et leurs boissons. C`est que cette plante possède un extraordinaire pouvoir sucrant, bien qu`elle n`apporte ni glucides ni calories. Un végétal quasi miraculeux pour tous ceux qui doivent se passer de sùcre: diabètiques, personnes sujettes aux crises d`hypoglycémie, vrais obèses ou simples candidats à l'amincissement.

Les Japonais ont compris depuis longtemps les avantages de cette plante. "Au pays du soleil levant, explique Barbara Simonsohn dans La stevia (Librairie de Médicis), on trouve toujours sur les tables des restaurants de la poudre ou des petits cubes de stevia. Cette plante y a déjà conquis 50% du marché des éidulcorants. Depuis trente ans, elle trouve de nombreuses applications dans la cuisine, la fabrication des gâteaux, du coca?cola light, des crèmes glacées, des produits laitiers, des dentifrices et même des bonbons".

Une plante des hauts plateaux
La stevia est originai du nord-est du Paraguay, de la vallée du fleuve Monday précisément. Là?bas, on l'appelle "Herbe douce". Elle y pousse au milieu des asters er des chrysanthèmes, dans les sols sablonneux des hauts plateaux. Elle n´y est pas seulement utilisée comme édulcorant. Elle a de nombreuses applications médicinales: on en fait des pansements pour accélérer la cicatrisation des blessures; on la consomme pour faire baisser la tension artérielle ou pour lutter contre le diabète...
Selon l´endroit oû elle pousse, une feuille de stevia est dix â trente fois plus sucrante que le sucre de canne ou de betterave! "Le doux secret de cette plante tient à une molécule complexe qui porte le nom de stévioside", explique Barbara Simonsohn. Une molécule qui délivre une intense saveur sucrée sans apporter la moindre calorie et sans affecter le taux de sucre dans le sang!

38,5g par kilo et par jour
La feuille de stevia peut être utilisée directement, à l´ètat naturel, sans subir aucune transformation, distillation ni préparation. Cette plante vivace produit 1000 à 1200 kiIos de feuilles séchées à I´hectare, ce qui la rend compétitive. "Les recherches sur la toxicité, menées au Japon et au Brésil, ont montré qu´il n´y a aucun danger à la consommer tant qu´on ne dépasse pas 38,5mg de stévoside par kilo de poids et par jour, remarque Barbara Simonsohn. Il est impossible de dépasser cette frontière, car le corps est saturé de goût sucré lorsqu´on atteint une consummation de 7,2 mg par kilo et par jour".
Depuis 1975, de nombreux pays ont adopté la stevia. Le Brésil et le Paraguay, bien sûr, mais aussi la Corée, le Japon er la Chine où elle est cultivée sous serre. "Sur les recommandations de l'Organisation Mondiale de la Santé, dit encore Barbara Simonsohn, les scientfiques s´intéressent de plus en plus à la stevia. Au Brésil, on estime que 400 000 variétés de plantes locales totalisent 12 000 vertus médicinales. Le ministère des affaires socials a lancé un grand project de recherche dans ce domaine. L´une des plantes sélectionnées pour ce programme est justement la stevia.

Des vertus à la pelle
Parmi les autres vertus de la stevia, citons son effet sédatif. Les Indiens d'Amérique du Sud l'utilisent comme régulateur de I´humeur er stimulant nerveux. Elle est aussi antibactérienne car elle est riche en vitamine C et en zink, deux nutriments essentiels pour lutter contre les infections. Elle participe à la régénération cellulaire de la peau er fait merveille pour lutter contre les gerçures, l´eczéma, er même l´acné et l'herpès courant. "En Amirique latine, souligne Barbara Simonsohn, on utilise traditionnellement un mélange d´argile et de tisane de stevia pour apaiser les douleurs occasionnées par les piqûres d´ínsectes".
Ajoutez à cela qu'elle adoucit la peau, embellit les cheveux ternes, renforce le muscle cardiaque... De quoi
se prendre de passion pour ce végétal. Hélas, il n´est pas encore autorisé à la vente en France...

Florence Portell

plantes et santé No 10 Janvier 2002

 

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Stevia unter Verschluss

Europäische Union stoppt Verkauf

Es hatte sich alles so gut angehört:
eine neue Art Süßstoff, süßer als Zucker aber völlig gesund und sogar für Übergewichtige und Diabetiker geeignet (siehe raum&zeit Nr. 103 ,,Stevia - süßer als Zucker und so gesund"). Zu gut, um wahr zu sein? Dieser Ansicht ist scheinbar zumindest die Europäische Union, die die getrockneten Blätter von Stevia rebaudiana nicht als Novel Food empfiehlt. Die Verordnung wurde am 22. Februar 2000 erlassen. Der Lebensmittelausschuss der EU hat die Zulassung von Stevia rebaudiana mit der Begründung abgelehnt, dass nicht genügend Informationen vorliegen würden, die eine Unbedenklichkeit garantierten.

So bleibt unbeachtet, dass in den letzten Jahrzehnten auf internationalem Sektor viele wissenschaftliche Untersuchungen zur Unbedenklichkeit von Stevia durchgeführt wurden. In Japan beispielsweise ist Stevia bereits seit 1976 zugelassen, in Kanada und USA wird Stevia rebaudiana als Nahrungsergänzungsmittel angeboten.

Hierzulande werden jedoch noch umfangreiche Untersuchungen gefordert, bevor Stevia rebaudiana zugelassen werden kann. Daher haben sich Befürworter des natürlichen Süßstoffes und Wissenschaftler zu einer ,,Internationalen Gesellschaft für STEVIA-Forschung e.V." zusammengeschlossen, um durch Finanzierung von wissenschaftlichen Studien zu beweisen, dass Stevia gesundheitlich unbedenklich ist.

Aus: raum&zeit 105/2000, Seite 46

 

 

 

SCHLAFENDE HUNDE GEWECKT:
VERBOT FÜR STEVIA

Von Peter Gutting

Schwerer Rückschlag für ein alternatives Süßungsmittel: Stevia wird seit einigen Wochen von den Behörden nicht mehr geduldet. Es ist davon auszugehen, dass Blätter und Extrakte des südamerikanischen Staudengewächses vorerst vom Markt verschwinden müssen. Die Branche bemüht sich, geschlossen gegen das Verbot vorzugehen.  

Bei Redaktionsschluss war die Lage noch uneinheitlich: In einigen Bundesländern hatten die Aufsichtsämter die Ware bereits bei verschiedenen Läden beschlagnahmt. Importeuren und Großhändlern wurde der Vertrieb untersagt. In anderen Bundesländern dagegen blieben Hersteller und Einzelhändler vorerst unbehelligt. Dieser Zustand dürfte jedoch nicht anhalten. Nicht nur die Behörden, sondern auch die Insider der Branche rechnen kurzfristig mit einem Vermarktungsstopp.

„Stevia ist nicht verkehrsfähig", sagt Pressesprecherin Antje Seidel-Schulze vom Bundesgesundheitsministerium. Dieser Ansicht sind die Behörden zwar schon seit einiger Zeit. Doch irgendwie wurde der Vertrieb des Süßungsmittels bisher geduldet.

Geändert hat sich dies, weil in Brüssel schlafende Hunde geweckt wurden. Ein belgischer Professor, der in Kooperation mit Interessenten aus der Industrie Stevia in großem Stil vermarkten wollte, stellte bei der EU förmlich den Antrag, das kalorienfreie Süßungsmittel als „Novel Food" (neuartiges Lebensmittel) gemäß der gleichnamigen EU-Verordnung zuzulassen. Dieser Schuss ging nach hinten los. Im Juni 1999 sprach sich der Wissenschaftliche Ausschuss der EU dagegen aus, Stevia-Extrakte (Stevioside) beziehungsweise getrocknete Blätter zuzulassen (es wurde für beides ein Antrag gestellt). Dies war die dritte ablehnende Stellungnahme nach 1985 und 1989.

Aktuelle Begründung: Es lägen keine ausreichenden toxikologischen Untersuchungen vor, um die Sicherheit des Zuckerersatzes zu garantieren. Diesen Standpunkt machten sich die Entscheidungsgremien der EU kürzlich zu eigen. Seit einigen Wochen werden auf nationaler Ebene immer mehr Länderbehörden aktiv, um das Verbot am Markt durchzusetzen.

Japaner konsumieren das Süßmittel seit 30 Jahren
Die wissenschaftlichen Fragen sind – wie oft in solchen Fällen – umstritten. Bis 1984 waren die Forscher von der Unschädlichkeit der Stevioside ausgegangen. Dann legten amerikanische Wissenschafter Experimente mit Zellkulturen vor, nach denen Stevioside erbgutverändernd und krebserregend sein sollen. Diese Studien werden jedoch von anderen Forschern angezweifelt.

Tatsache ist, dass die Ureinwohner von Paraguay Stevia zum Süßen des Mate-Tees verwendeten. Und dass die Japaner das süße Kraut und das daraus gewonnene Steviosidpulver (bis zu 300 Mal süßer als Zucker) seit 30 Jahren industriell vermarkten. Mittlerweile wird dort der Anteil von Stevia am Süßungsmittelmarkt auf 40 bis 50 Prozent geschätzt.

Und wie geht es hier zu Lande weiter? Klaus Wagener, Geschäftsführer des Bundesverbandes Produzenten ökologischer Produkte (PoeP), plädiert für Kooperation statt Konkurrenz. Es bringe nichts, wenn einzelne versuchen würden, nach den ersten Verboten noch schnell Ware in den Markt zu drücken. „Das ist ein Spiel, bei dem langfristig alle verlieren." Klaus Wagner hat sich mit dem zuständigen Referatsleiter und dem zuständigen Referenten in Verbindung gesetzt. Dort wurde ihm deutlich gesagt, dass Einsprüche einzelner Firmen wenig Gewicht hätten. Wenn man etwas erreichen wolle, müsse man die Argumente auf Verbandsebene vortragen. Klaus Wagener will sich deshalb mit dem Verband der Reformwarenhersteller abstimmen und wenn möglich auch mit der Interessenorganisation der Kräuterimporteure. Der nächste Schritt wäre dann ein Brief an das Ministerium, der auf drei Ebenen argumentiert.

Zählt Stevia überhaupt zum Novel Food? Immerhin gibt es Nachweise, dass die süße Pflanze seit 1982 in mehrere europäische Länder exportiert wird, unter anderem auch nach Deutschland. Und: Stevia wird in drei Ländern der EU bereits angebaut, nämlich in Spanien, Belgien und Großbritannien (unter Glas).

Wenn es Novel Food ist, war es dann nicht schon auf dem Markt, bevor die Verordnung in Kraft trat, so dass die Verordnung nicht anwendbar wäre.

Und schließlich die Debatte um die angebliche Schädlichkeit. Hier gibt es – neben anderen Argumenten und Studien – aktuelle Untersuchungen, dass Stevia antioxidativ wirkt, also eher mit krebsvorbeugenden Lebensmitteln auf eine Stufe zu stellen ist.

Unabhängig davon hoffen Insider, dass die EU das letzte Wort über Stevia noch gar nicht gesprochen hat. Peter Grosser, Ko-Autor des im April erscheinenden Buches „No Sugar? – Stevia!" vertritt die Ansicht, dass die Union mittelfristig ein großes Interesse daran haben könnte, die Subventionen für den Tabakanbau in Spanien auslaufen zu lassen. Dafür brauche man ein Ersatzprodukt, und Stevia habe in einem Versuchsanbau sehr gute Ergebnisse erzielt.

In eine ähnliche Richtung gehen Hinweise aus Behördenkreisen: Es sei ja nur der eine Antrag abgelehnt wurde. Durchaus denkbar, dass noch weitere Verfahren anhängig sind – womöglich mit offenem Ausgang.

Schrot & Korn spezial April 2000

 

 

 

STEVIA – VERBOTEN SÜß!

Es ist süßer als Zucker, es wird natürlich hergestellt, aber der EU- Kommission schmeckt es nicht so recht. Stevia passt nicht in die Schubladen des Lebensmittelrechts und unterliegt deshalb neuerdings Marktbeschränkungen. Wer es anbieten will muss es umdefinieren, zum Beispiel zum Tierfutter.

Wer Kuchen, Pudding oder Tee vollwertig süßen wollte, konnte Kalorien bisher nicht meiden  Ob Honig, Ahornsirup oder Dicksaft, die Süße kam vom natürlichen Zuckergehalt der Rohstoffe: Diese Kohlenhydrate liefern dem Körper Energie – oder machen dick, wenn die Energie nicht verbraucht wird. Synthetisch hergestellte Süßstoffe wie Xylit, Sorbit oder Aspartam sind für Vollwertköstler aber keine Alternative: In den letzten Jahren tauchte auf dem alternativen Markt eine Pflanze auf, die auf natürlichem Weg ohne Kalorien und ohne Karies zu erzeugen, süßen konnte – Stevia (siehe Kasten). Angeboten wurden die Blätter aus Südamerika als Tee, als Pulver oder in wässriger Lösung. Gerade begann die süße Pflanze mit Hilfe einiger Bücher etwas bekannter zu werden, da kam das Aus.

„Stevia rebaudania Bertoni: Pflanzen und getrocknete Blätter sind als neuartige Lebensmittel oder Lebensmittelzutaten in der Gemeinschaft nicht zugelassen", hat die EU-Kommission am 22. Februar 2000 entschieden. Vorausgegangen war dem der Antrag eines belgischen Labors, Stevia nach der Novel Food Verordnung der EU zuzulassen. Üblicherweise gilt dieses Regelwerk für Essen aus dem Genlabor oder für Designer Food und verlangt aus Gründen des Verbraucherschutzes zahlreiche Tests und Untersuchungen. Weil diese bei Stevia nicht mit vorgelegt wurden, lehnte die Kommission den Antrag ab. Völlig übersehen haben die Brüsseler Beamten, dass die Pflanze in Europa seit etwa 15 Jahren angebaut und verkauft wird, von einem neuartigen Lebensmittel also keine Rede sein kann. Doch auch im „grün" geführten   Bundesgesundheitsministerium spielt dieses Argument keine Rolle. „Stevia ist nicht verkehrsfähig", sagt Pressesprecherin Antje Seidel-Schulze.

Bisher hatten sich die für den Vollzug des Lebensmittelrechts zuständigen Behörden kaum um die süßen Blätter gekümmert. Sie konnten immerhin als Tee vertrieben werden, denn ein Tee braucht, im Gegensatz zu einer als Süßstoff deklarierten Zutat, keine Iebensmittelrechtliche Zulassung. Doch mit der Entscheidung aus Brüssel steht die Pflanze auf dem Index, weil sie plötzlich als zulassungspflichtiges neuartiges Lebensmittel gilt. Prompt wurde einigen Großhändlern der Vertrieb der Blätter untersagt. Große Hersteller haben daraufhin von sich aus Stevia-Tee aus dem Angebot genommen. Ulrike Sachse von der Grünen Liga Berlin rechnet damit, dass man Stevia-Produkte in den nächsten Jahren trotzdem noch bekommen kann. Manche Hersteller werden sie umdeklarieren und auf die alte Bezeichnung „Süßkraut" zurückgreifen. Im Internet bieten Versender die Blätter bereits als Tierfutter an. Bioproduzenten erinnern an die Zeit, als es verboten war, Algen als Lebensmittel zu verkaufen. Damals wurden die jodreichen Meerespflanzen in Naturkostläden als Badezusatz angeboten.

Mit Hilfe solcher Finessen könnte die Zeit überbrückt werden, bis ein neuer und besser fundierter Antrag bei der EU Erfolg hat. Die Kommission selbst will immerhin die dafür notwendigen Forschungsarbeiten fördern. Der Grund: Die Pflanze wird bereits in Spanien als Futter für die Schweinemast angebaut. Bei einer Zulassung als Lebensmittel könnte der Anbau ausgeweitet werden auf Flächen, auf denen derzeit noch Tabak wächst. Dessen Anbau will die EU in Zukunft nicht mehr subventionieren. Stevia könnte den Tabakbauern also den Umstieg versüßen.

(Kasten):

Mit vollem Namen heißt sie Stevia rebaudiana Bertoni und stammt aus den Wäldern Paraguays. Dort süßen die Guarani-lndianer seit Hunderten von Jahren ihren Mate-Tee mit den lanzen­förmigen und fünf Zentimeter langen Blättern der Pflanze aus der Familie der Astern. Entdeckt und beschrieben hat sie der italienische Wissenschaftler Bertoni Ende des 19. Jahrhunderts. Die getrockneten,  grünbraunen  Stevia-Blätter und das daraus gewonnene Pulver sind etwa 15 mal süßer als Zucker, enthalten keine Kalorien, dafür zahlreiche Spurenelemente. Sie können als Tee aufgegossen oder als Gewürz zum Süßen eingesetzt werden.

Die Süße kommt von der Stoffgruppe der Stevioside, deren Gehalt in den Blättern etwa 10 Prozent ausmacht. Sie lässen sich extrahieren. So entsteht ein weißes Pulver, das etwa 250 mal süßer ist als Zucker. In Japan stellen Stevioside, die dort 1970 auf den Markt kamen, bereits die Hälfte aller Süßstoffe. Eingesetzt wird der natürliche Zuckerersatz auch in mehreren europäischen Ländern und in den USA. Dort war er einige Jahre verboten, weil einzelne, bisher aber nicht reproduzierte Studien, eine fruchtbarkeitsschädigende und Krebs erregende Wirkungen behaupteten. Inzwischen ist Stevia als diätisches Lebensmittel wieder zugelassen. In Deutschland sind die Blätter bislang als Tee in Naturkostläden erhältlich. In diesem Jahr sollten die ersten Produkte in Bio-Qualität auf den Markt kommen.

Leo Frühschütz

Aus Schrot + Korn 5 /2000, Seite 28-29

 




Hallo, Süße!

Eine kleine, unscheinbare Pflanze macht dem Zucker Konkurrenz. Sie süßt ohne dick zu machen, und zahnfreundlich ist sie auch noch.

Von  Rebecca  Smit

Es ist als würde ein Zuckerwürfel im Mund explodieren. Ein einziges grünes Stevia-Blättchen genügt und Zunge und Rachen prickeln vor Süße, jede Sinneszelle signalisiert Genuss. Die unscheinbare Pflanze Stevin rebaudiana ist 13-mal süßer als Zucker, der Extrakt ihrer Blätter 300-mal. Eine echte Alternative: Stevia süßt, ohne dick zu machen. Getrocknet und pulverisiert ist sie so einfach zu verwenden wie Zucker; statt die Zähne anzugreifen, enthält sie Stoffe, die Zahnbelag verhindern und gegen Zahnfleischbluten helfen sollen. Und solange man es mit dem Süßen nicht übertreibt, tritt auch kein unangenehmer Beigeschmack auf. Ein  Wunderwerk der Botanik also, aber in Europa fast unbekannt.

Die Stevia-Pflanze stammt aus dem Grenzgebiet zwischen Paraguay und Brasilien, wird bis zu einem Meter groß und bildet im Herbst zarte, weiße Blüten aus. In Japan hat sie bereits die Hälfte des Süßmittelmarktes erobert. Seit mehr als zwanzig Jahren findet sich der natürliche Süßstoff in japanischen Fruchtsäften, Backwaren und Sojasaucen. Auch die Coca-Cola-Company süßt einen Pfirsischsaft, der nur in Japan erhältlich ist, mit Stevia. In den USA sind Stevia-gesüßte Lebensmittel bei Diabetikern beliebt, da sie helfen können, den Blutzuckerspiegel zu normalisieren. In den Vereinigten Staaten hat der aus der Pflanze gewonnene Stoff Steviosid seit 1993 eine Zulassung als Nahrungsmittelergänzung. Auch in Kanada, China und Israel wird die Süße seit Jahren angebaut und von Millionen Menschen benutzt. Aber die EU-Kommission hat  Vorbehalte. Schließlich verwendeten Indianerstämme einst den Sud aus ihren Blättern zur Verhütung; ein Süßstoff, der gleichzeitig Anti-Babv-Pille sein könnte - das war dem wissenschaftlichen Komitee für Lebensmittel doch zu riskant.

„Stevia könnte den Markt revolutionieren“, sagt Heidrun Mund, Geschäftsführerin des deutschen Süßstoffverbandes, „aber wer in Europa einen Süßstoff zulassen will, braucht einen langen Atem und viel Geld.“

200 bis 400 Millionen Mark kann es kosten, bis ein neuer Zusatzstoff ausreichend erforscht ist. Bis alle Untersuchungen abgeschlossen sind, vergehen mindestens sieben Jahre, bis die Zulassungsbehörden ihr Urteil gefällt haben, nochmal sieben. So wurde der weitverbreitete Süßstoff Aspartam (NutraSweet) 1965 in den USA entdeckt, dort aber erst 1991 zugelassen. Ein Aufwand den hiesige Unternehmen für Stevia scheuen, zumal sie kein Patent auf einen Stoff erwarten können, der weltweit schon im Handel ist. „Über kurz oder lang“, vermutet Heidrun Mund, „wird sich ein japanischer oder amerikanischer Großkonzern die Zulassung für Europa holen.“

Zuletzt lehnte die Europäische Kommission Ende Februar den Antrag eines kleinen belgischen Stevia-Anbauers mit der Begründung ab, der Süßstoff sei noch nicht ausreichend untersucht. Dabei wird Srevia schon seit Jahrhunderten genutzt. – Lange bevor Spanier und Portugiesen im 16. Jahrhundert Südamerika eroberten süßten die Guaran- und Mato-Grosso-Indianer mit Stevia. Sie nannten sie »Ka'a'he Ye«, »Caa-a yupe« oder »Caa inhem«, was übersetzt » süßes Kraut«,  »Honigblatt« und »süßes Glück« heißt. 1887 ordnete der Naturwissenschaftler Antonio Bertoni die Pflanze der Gattung Stevia zu.

Stevia rebaudiana Bertoni gehört seitdem zur Familie der Chrysanthemengewächse. Auch in Europa konnte  sie kurze Zeit Fuß fassen: Während der deutschen Blockade im Zweiten Weltkrieg wurde Stevia in England probeweise angepflanzt, um von Zuckerimporten unabhängig zu werden. Nach dem Krieg geriet das Projekt in Vergessenheit.

Heute  bekommt man Stevia in Deutschland als Tee, Pulver und flüssiges Konzentrat in Apotheken, Reformhäusern und übers Internet. Einige Gärtnereien verkaufen die mehrjährige Staude. Im Sommer auf dem Balkon, im Winter an einen hellen, nicht zu warmen Platz gedeiht sie problemlos. Man kann ihre Blätter wie Basilikum  abzupfen und an Stelle von Zucker in den Tee geben. Ganz legal, denn nur der Handel ist verboten, nicht der Besitz.

Brigitte Wörner hat am Bundesministerium für gesundheitlichen Verbraucherschutz und Veterinärmedizin in Berlin Gutachten über Stevia erarbeitet. Nach ihrer Erfahrung haben es Naturprodukte oft noch schwerer als künstliche Geschmackstoffe, eine Zulassung zu erlangen: »Müssten Kartoffeln oder Tomaten heute in Brüssel zugelassen werden, hätten sie große Schwierigkeiten. Sie enthalten giftige Substanzen, die in hoch konzentrierter Form sogar tödlich sein können. Nach ihrer Einschätzung kann es noch zehn Jahre, oder länger dauern, bis die ersten Stevia-Produkte in deutschen Supermarktregalen stehen.

Aus: Süddeutsche Zeitung Magazin, 7.04.2000, Seite 18

 

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Stevia – verboten Süß

Eine unscheinbare Staude (lat. Stevia rebaudiana) geistert durch die Medien. Die zitierte Wunderplanze ist sie sicher nicht, trotzdem könnte diese Staude, die im Gebiet der Amambai-Bergkette zwischen Paraguay und Brasilien heimisch ist, unsere Essgewohnheiten nachhaltig beeinflussen.

Seit hunderten von Jahren wird Stevia von den Einwohnern in Südamerika als Süßungsmittel bei der Zubereitung von Speisen und Getränken verwendet.
Das süße Prinzip von Stevia basiert auf dem Vorhandensein eines komplexen Moleküls, dem Steviosid, ein süß schmeckendes Diterpen mit der rund 200-fachen Süßkraft des Haushaltszuckers.

Die eigentliche Sensation ist, dass dieser natürliche Süssstoff, den die Pflanze in ihren Blättern bildet, keine Kalorien enthält und keine Ausschüttung von Insulin hervorruft.

Stevia ist hitzestabil, bildet keine Gärung und ist pH-neutral. Mit dem Einsatz von Stevia zu Speisen und Getränken wird nicht nur die Entstehung von Karies reduziert, auch bei der Candida-Pilz-Diät wirkt Stevia unterstützend.

Nicht nur für jene unter uns, die Zucker meiden wollen, Übergewicht reduzieren, oder denen synthetische Süßstoffe suspekt sind, ist Stevia eine willkommene Alternative. Stevia kann jenen Menschen, die unter Diabetes, Neurodermitis, Zuckerunverträglichkeit oder Mucoviszidose leiden, ein Stück Lebensqualität zurückgeben.

Dabei ist die Anwendung sehr einfach. Die getrockneten Stevia-Blätter können einem Tee beigegeben und mitüberbrüht werden. Dabei reichen 2 Blätter pro Tasse, denn das Blatt hat schon die 15 fache Süsse von Zucker. Auch Süßspeisen, Kuchen, Gebäck selbst Herzhaftes kann man mit Stevia zubereiten. Bei der Herstellung von Gelee und Konfitüre muss schon mehr auf Keimreduzierung geachtet werden, denn Stevia hat nicht die konservierende Eigenschaft des Zuckers. Das weisse reine Steviosid eignet sich mehr für Pudding und Creme, denn hier kann die grüne Farbe und der Eigengeschmack der Blätter stören. Mit der Dosierung ist es nicht immer einfach. Hier gilt besser abschmecken als umrechnen.

Mit bestimmten Kombucha-Stämmen lässt sich ein zuckerarmes Getränk herstellen, das seine Rest-Süsse allein durch das Stevia-Kraut bekommt. Auf ähnliche Weise lassen sich auch Diabetikerweine aus Äpfeln, Trauben und Kernobst produzieren.

Ungemein praktisch ist ein flüssiges Konzentrat auch für unterwegs, das sie sich selbst herstellen können. Kochen sie sich einfach einen Sud aus Stevia-Blättern. Abgefiltert und in einer Tropfflasche gefüllt passt diese Tafelsüße in jede Handtasche und ist immer griffbereit.


Stevia rebaudiana wird nicht nur traditionell von den Einwohnern Südamerikas als Süßungsmittel verwendet, sondern feiert seit einigen Jahrzehnten einen wahren Siegeszug in den Industrieländern. Größter Verbraucher von Stevia ist Japan, wo bereits 1954 mit dem Anbau begonnen wurde. Als die japanische Regierung 1969, wegen gesundheitlicher Risiken, den Verkauf synthetischer Süßstoffe verbot, stieg der Verbrauch  von Stevia extrem an.

Damit sich eine ähnliche Marktsituation wie in Japan nicht in Europa wiederholt, scheint die Zucker- und Süßstoffindustrie Einfluß auf die zuständigen Behörden zu nehmen um somit eine Zulassung von Stevia rebaudiana zu verhindern. So hat der wissenschaftliche Lebensmittelausschuss der EU dieses Kraut mit einer sehr eigenwilligen und unsachlichen Begründung als Süßsstoff abgelehnt. Das ausgerechnet Verbraucherverbände sich dieser Argumentation annehmen ist verwunderlich.

Wegen der EU-Rechtslage ist Stevia nicht als Süßungsmittel zugelassen und auch nicht einfach zu bekommen. Durch die Deklaration von Stevia als Kosmetika haben einige Anbieter eine Vertriebs-Lücke gefunden. Immerhin lässt sich Stevia auch bei uns im Garten ziehen, sollte aber frostfrei überwintert werden.

 

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EU-Entscheidung:
Süßungsmittel Stevia verboten

An die Namen und Herkunftsländer vieler exotischer Hölzer, Früchte und Teesorten haben wir uns gewöhnt. Manche auch probiert und für lecker befunden. Vor einiger Zeit wurde nun auch in Deutschland ein natürliches Süßungsmittel aus Südamerika „entdeckt". Nur getrocknet, nicht weiterverarbeitet soll es Tee, Kaffee, Dessert und Kuchen völlig ohne Kalorien schön süß schmecken lassen.

Während Süßungsmittel, wie Rohr-und Rübenzucker oder Honig schlecht für die Zähne sind, verursachen synthetisch hergestellte Süßstoffe zwar keinen Karies, sind aber in Bezug auf ihre gesundheitlichen Wirkungen umstritten. Dennoch sind Zucker und Süßstoffe vom Gesetzgeber her erlaubt. Als neuartiges Lebensmittel („novel food") nicht erlaubt und nicht in der EU zugelassen, sind die Blätter der süß schmeckenden Pflanze Stevia.

Stevia rebaudiana Bertoni, so der botanische Name, ist als Strauch in der Bergregion zwischen Brasilien und Paraguay beheimatet. Die Einheimischen nennen sie Honigblatt und süßen seit Jahrhunderten damit. Schon viele Jahre wird der Steviastrauch auch in Japan, China und im pazifischen Raum, in Mexiko, Israel und Spanien angebaut. Für die enorme Süßkraft sind die Glykoside Steviosid und Rebausiosid verantwortlich. Das Molekül, das diese beiden Glykoside enthält, ist sehr stabil und durchwandert den menschlichen Verdauungstrakt unverändert. Da die Substanz erst gar nicht verstoffwechselt wird, ist sie praktisch kalorienfrei und beeinflusst den Blutzuckerspiegel nicht. Steviablätter süßen 10- bis 30 fach stärker als weißer Zucker.

In Japan wird das aus den Blättern gewonnene Steviosidpulver, das bis zu 300mal süßer als Zucker ist, bereits seit 30 Jahren industriell  vermarktet. In den USA dürfen die Stevioside nur als Nahrungsergänzungsmittel ohne Hinweis auf ihre Süßkraft, verkauft werden. Neben ihrer natürlichen Süße enthalten Steviablätter eine Vielzahl weiterer sekundärer Pflanzenstoffe.  Terpene, Pflanzensterole, flüchtige Öle, Tannine und Flavonuide. Vermutlich sind diese bioaktiven Substanzen für die von den südamerikanischen Heilkundigen überlieferten gesundheitsfördernden Wirkungen verantwortlich.

Forschungsarbeiten über pharmakologische Wirkungen von Stevia zeigen unterschiedliche Ergebnisse: Möglich erscheint eine leichte Senkung des Blutdrucks. Gesichert ist die Erkenntnis, dass lnhaltsstoffe von Stevia Bakterienwachstum und Plaquebildung an den Zähnen hemmen können.

Ein Abbauprodukt des Steviosids, das Steviol, stellt sich als möglicherweise toxisch heraus. In Versuchen an Ratten und isolierten Zellbestandteilen hemmte diese Substanz die Bildung von Glucose und behinderte so die Energiegewinnung der Zellen. Zahlreiche Akut- und Langzeittests an Menschen in Japan konnten eine giftige Wirkung der Steviablätter jedoch nicht belegen.

Bis vor kurzem wurde der Verkauf von Stevia in Deutschland geduldet. Geändert hat sich dies, weil bei der EU schlafende Hunde geweckt wurden. Ein belgischer Professor, der zusammen mit der Industrie Stevia vermarkten möchte, stellte förmlich den Antrag, das kalorienfreie Süßungsmittel als „Novel Food" (neuartiges Lebensmittel) gemäß der gleichnamigen EU-Verordnung zuzulassen.

In der Entscheidung der Kommission vom 22. Februar 2000 heißt es: „Stevia rebaudiana Bertoni: Pflanzen und getrocknete Blätter sind als neuartige Lebensmittel oder Lebensmittelzutaten in der Gemeinschaft nicht zugelassen." Begründet wird diese Ablehnung in erster Linie mit dem Fehlen ausreichender toxikologischer Daten.

Noch bieten einzelne Produzenten Steviablätter im Naturkosthandel an. Werden die Aufsichtsämter in allen Bundesländern aktiv, so erwägen einige Anbieter, das Verbot eines Verkaufs Von Stevia als Lebensmittel zu umgehen, indem sie Stevia als Kosmetikprodukt deklarieren.

Insider hoffen, dass die EU das letzte Wort über Stevia noch gar nicht gesprochen hat. Denn zählt Stevia überhaupt zum Novel Food? Immerhin gibt es Nachweise, dass die süße Pflanze seit 1982 in mehrere europäische Länder exportiert wird, unter anderem auch nach Deutschland.

Susanne Hampel-Masfeld
Umwelt- und Ernährungsberaterin der Verbraucher Initiative e.V. , Tel:  0228-72633 17

Aus: Verbraucher-Konkret, 2/2000, Seite 16 

 





Karin und Roland Possin

STEVIA - DAS NEUE SÜSSUNGSWUNDER?
Stevia wird immer wieder als neues, kalorienfreies Wundermittel zum Süßen angepriesen. Nun wurde es als Süßungsmittel verboten. Warum?

Süß und heilsam
Stevia rebaudiana Bertoni - so der botanische Name der kleinen Staude aus Südamerika, gehört zur Familie der Astern. Die Pflanze, die auch als Honigblatt bezeichnet wird, enthält eine Reihe süß schmeckender Glycoside und wird deshalb seit Jahrhunderten von Indianern in Paraguay als Süßungsmittel eingesetzt, vor allem, um Matetee zu süßen. Stevia hat im Gegensatz zu Zucker so gut wie keine Kalorien und erhöht auch nicht den Blutzuckerspiegel. Die Wirkung ist ähnlich wie bei künstlichen Süßstoffen, nur dass es sich hierbei um ein kalorienfreies Süßungsmittel aus der Natur handelt.

Auch als Heilpflanze wurde Stevia bei den Ureinwohnern Südamerikas verwendet, unter anderem bei Wechseljahrsbeschwerden, zur Verbesserung der Wundheilung und als Verdauungshilfe.

Das Honigblatt enthält neben einer Vielzahl sekundärer Pflanzenstoffe wie Flavonoiden, Vitaminen, Spurenelementen auch antibakterielle und Plaque hemmende Substanzen. Traditionell wird Stevia deshalb vorbeugend gegen Karies und bei Zahnfleischbluten und Zahnbelag verwendet.

 

Handelsformen
In Japan, Israel, Brasilien, China, Taiwan und Korea wird das Honigbiatt seit Jahren als alternatives Süßungsmittel verschiedenen Fertigerzeugnissen zugesetzt. Stevia-Produkte gibt es in Form von geschnittenen Blättern oder als Pulver zu kaufen, mit einer Süßkraft, die etwa zwanzigmal stärker als Haushaltszucker ist. Steviablätter können zum Süßen beispielsweise mit einem Tee mitgekocht werden. Es gibt auch Konzentrate, bei denen die Glycoside aus der Pflanze extrahiert wurden. Diese Extrakte süßen etwa dreihundertmal intensiver als Haushaltszucker.

 

Stevia - ein Gesundheitsrisiko?
Das Europäische Verbraucherzentrum Kiel warnt allerdings vor der Aufnahme von Stevia-Produkten. Sie sind offiziell in Deutschland nicht zugelassen und dürfen nur dann in den Handel gebracht werden, wenn zum Beispiel ,,Zusatz für Tiernahrung" darauf zu lesen ist.

Die EU-Kommission hat im Februar die Zulassung für Stevia als neuartiges Lebensmittel mit der Begründung verweigert, dass es bis jetzt nur unzulängliche Informationen über die Pflanze gibt und noch nicht ausreichend nachgewiesen wurde, dass die daraus gewonnenen Erzeugnisse keine Gefahr für die Gesundheit des Menschen darstellen.

Es gibt verschiedene Studien über Stevia, mit unterschiedlichen Ergebnissen. Einige Untersuchungen gehen davon aus, dass die Aufnahme des Honigblatts unbedenklich ist. Andere Studien hingegen haben gezeigt, dass Stevioside, die für den süßen Geschmack der Steviapflanze verantwortlich sind, in hohen Mengen Krebs erregend sind und sich negativ auf das männliche Fortpflanzungsverhalten auswirken. Außerdem wird von der menschlichen Darmflora daraus Steviol gebildet, das im Körper eine toxische Wirkung nach sich zieht. Das EU-Komitee ist deshalb der Meinung, dass zum gegenwärtigen Zeitpunkt Steviaprodukte noch nicht akzeptabel sind.

 

Die Menge macht das Gift
Hier stellt sich die Frage, wieso Stevia bei den Ureinwohnern Südamerikas als Heilmittel gilt, jedoch wissenschaftliche Untersuchungen die daraus hergestellten Extrakte als gesundheitlich bedenklich einstufen. Vermuten lässt sich, das diese Widersprüche auf den unterschiedlichen Gebrauch zurückzuführen sind. Die Indianer verwendeten stets die ganzen Blätter zum Süßen, während Stevia-Extrakte nur einen Auszug daraus enthalten. Während bestimmte Pflanzenprodukte als Ganzes verwendet und in einer gewissen Menge als Heilmittel dienen, können konzentrierte Extrakte unter Umständen gesundheitsschädlich wirken. Auch bei natürlichen Lebensmitteln gilt: die Menge macht das Gift.

Einige Wissenschaftler gehen davon aus, dass das angebliche Krebsrisiko jeglicher wissenschaftlichen Grundlage entbehrt und dass sich auf Grund der lnhaltsstoffe sogar eher vermuten lässt, dass Stevia vor Krebs schützt. Es bleibt abzuwarten, was weitere Studien über die Wirkung des Honigblattes aussagen. Die EU-Kommission hat auf jeden Fall angekündigt, weitere Untersuchungen zu fördern.

 

Wie verboten ist STEVIA?
Am 22.2. dieses Jahres entschied der Lebensmittel-Ausschuss der EU auf Antrag eines belgischen Labors, Stevia nach der EU-Novel Food-Verordnung zu genehmigen: "Stevia rebaudiana Bertoni: Pflanzen und getrocknete Blätter sind als neuartige Lebensmittel oder Lebensmittelzutaten in der Gemeinschaft nicht zugelassen." Das Kuriose an diesem Vorgang ist, dass normalerweise nur neuartige Lebensmittel einer solchen Zulassung bedürfen, das heißt gentechnisch erzeugte oder veränderte Nahrungsmittel bzw. Novel oder Designer Food, während Stevia ein Naturprodukt ist und als solches in Europa bereits seit etwa 15 Jahren angebaut und vertrieben wird. In Japan, Kanada und den USA ist Stevia sogar teilweise schon seit 30 Jahren als Nahrungsergänzungs- oder diätetisches Lebensmittel zugelassen.

Da für Tees, also auch für Stevia-Tee, bislang keine Zulassungspflicht besteht, müsste Stevia als Tee im Grunde auch weiterhin ungehindert im Handel (Naturkostläden, Reformhäuser, Versande) bleiben dürfen, zumal er nach wie vor Bestandteil vieler Teemischungen ist. Die getrockneten Teeblätter lassen sich dann leicht selbst zu Stevia-PuIver, -Lösung und -Essenz (vgl. dazu unseren Beitrag) verarbeiten (vgl. die Anleitungen in unseren Lesetipps) und nach Belieben als konzentriertes Süßungsmittel verwenden.

Trotzdem wurde einigen Großhändlern der Vertrieb von getrockneten Stevia-Blättern verboten. Daraufhin zogen viele Anbieter aus Furcht vor juristischen Konsequenzen ihre Stevia-Produkte vorsorglich selbst aus dem Verkehr, Andere versuchen, auf alternative Bezeichnungen auszuweichen, wie etwa auf Süßkraut oder Honigblatt. Manche Hersteller deklarieren Stevia kurzerhand um und bieten es als Viehfutter an. Tatsächlich wird Stevia beispielsweise in Spanien zur Schweinemast verwendet. Findige Versande bieten die süßen Blätter bereits im Internet unter diesen Stichwörtern an. Verbraucher, die auf Stevia nicht verzichten oder es (jetzt erst recht?) kennen lernen möchten, sollten daher verstärkt auf diese Bezeichnungen achten.

Inzwischen formiert sich auch unter Wissenschaftlern und Stevia-Befürwortern Widerstand gegen den EU-Entscheid. So hat sich mittlerweile eine ,,Internationale Gesellschaft für Stevia Forschung" konstituiert, die durch wissenschaftliche Studien die Unbedenklichkeit von Stevia belegen will. Obwohl solche Forschungsergebnisse aus anderen, nicht-europäischen Ländern bereits seit Jahren vorliegen, waren sie vom zuständigen EU-Ausschuss nicht berücksichtigt worden.

Kontaktadresse für Stevia-Befürworter: Peter Grosser, Aunelstrasse 70,   D-65199 Wiesbaden, Fax 0611/2046900.

Aus: VISIONEN 05/2000, Seite 62-63, Sägestr.37 D-79737Herrischried, Fax 07764-9397-39

 










Stevia

von Imme  Bohn

Zucker – das ist zwar nur eine süße Nebensache, aber 100 Gramm davon kommen mit knapp 400 Kalorien schon einer schlanken Mittagsmahlzeit gleich. Das allerdings, ohne dem Körper auch nur einen wichtigen Nährstoff zu liefern. Häufchenweise wird Zucker in Kaffee oder Tee gerührt, auf Müslis gestreut, in Torten verbacken. Und kaum jemand ahnt, wie viel des industriell verarbeiteten Süßungsmittels wir ohnehin in versteckter Form zu uns nehmen. Ob Würziges wie Tomatenketchup, Salatsoße, Chutney oder Konfiture, Nuss-Nougat-Creme, Lakritz und Energieriegel, bei allen findet sich viel Zucker in der Zutatenliste. Auch hinter Bezeichnungen wie Invertzucker, Glukosesirup, Maltodextrin oder Vollzucker verbirgt sich dieses Süßungsmittel. Je weiter vorn bei den Inhaltsstoffen aufgelistet, umso größer sind die enthaltenen Mengen. Bei genauer Betrachtung bestehen da einige Lebensmittel fast nur aus Zucker.

Kein Wunder, dass die Deutschen so im Durchschnitt täglich 100 Gramm davon essen. „Zu viel", warnt Diplom-Oecotrophologin Angelika Michel-Drees von der Arbeitsgemeinschaft der Verbraucherverbände (AgV) in Bonn, denn hoher Zuckerkonsum fördert Karies. Auch Übergewicht als Risikofaktor für Arterienverkalkung, Herzinfarkt und Durchblutungsstörungen ist die Folge.

Dabei kann der Geschmackssinn auch mit geringeren Mengen Süßem zufrieden sein. Wer sich seinen Zuckerkonsum bewusst macht und gezielt Süßungsmittel verwendet, die nicht nur leere Kalorien enthalten, kann leicht auf Zucker verzichten. Während weißer Haushaltszucker aus Zuckerrüben oder Zuckerrohr viele chemische Prozesse durchwandert und danach keine Vital- und Biostoffe enthält, behalten die nur wenig bearbeiteten Alternativen ihre naturlichen Inhaltsstoffe. Neben einer ausgeprägten, geschmackvollen Süße liefern die folgenden Lebensmittel zusätzlich Vitamine und Mineralstoffe:

Stevia ist die natürliche Süße aus den Blättern der gleichnamigen südamerikanischen Pflanze. Offiziell ist es als „Süßstoff" in Deutschland nicht zugelassen. Grund: Es gibt keine wissenschaftlichen Studien, die gesundheitliche Schäden durch das zahnfreundliche, kalorienfreie Süßungsmittel ausschließen. Bisher findet man die getrockneten und geriebenen Blätter nur als „Stevia-Tee” in Reformhäusern und Naturkostläden. Steviablätter enthalten neben sekundären Pflanzenstoffen auch Kalzium, Eisen und Zink. Durch feines Zerreiben der trockenen Blätter kann man das sehr ergiebige – auch für Diabetiker geeignete – Süßpulver selbst herstellen. Einige Versender bieten das Pulver auch im Internet an.

Honig enthält Enzyme, die antibakteriell und abwehrstärkend wirken sollen, und verdauungsfördernden Fruchtzucker und in Spuren Vitamine und Mineralstoffe.

Agavendicksaft , der honiggelbe, klare Sirup aus dem Saft einer Agavenart, enthält mit 90 Prozent extrem viel Fruktose. Sie fördert die Glykogenbildung, die für das Funktionieren der Leber wichtig ist. Auch für Diabetiker geeignet.

Ahornsirup wird aus dem Saft des Ahornbaums gewonnen. Der Sirup versorgt den Körper mit herzstärkendem Magnesium.

Fruchtdicksäfte , z.B. aus Apfel oder Birne, werden aus frischen, reifen, sehr süßen Früchten hergestellt. Im Dicksaft stecken nur die fruchteigenen Zucker und Mineralstoffe wie Kalium, Magnesium und Eisen.

Rübensirup , durch Kochen eingedickter Saft aus der Zuckerrübe, enthält nennenswerte Mengen an Kalium und Eisen, die für den Stoffwechsel wichtig sind.

Rohrzuckermelasse wird aus Zuckerrohrsaft gewonnen. Zirka 3 EL der schwarzen, cremigen, leicht nach Lakritz schmeckenden Masse decken ein Viertel des Tagesbedarfs an Kalzium.

Malzextrakt , nur leicht süß schmeckender Sirup, der aus Getreide (vor allem Gerste) hergestellt wird, liefert nervenstärkendes VitaminB1.

Aus Vital 3/2000, Seite 88-89 (kein Original-Layout)

 

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Der in diesem Artikel oft gebrauchte Name "Honigkraut" wurde durch die eindeutige lateinische Bezeichnung "Stevia rebaudiana" ersetzt...

Stevia rebaudiana soll in Europa den Tabakanbau ersetzen

Deutsche Forscher bereiten den landwirtschaftlichen Anbau einer Süßstoff liefernden Pflanze vor

von Rolf H. Latusseck

Hohenheim - Die Zukunft von Stevia rebaudiana als Nutzpflanze in Europa ist noch nicht vollständig gesichert. Die Zulassungsverfahren bei der Europäischen Kommission laufen derzeit. "Aber in fünf bis zehn Jahren könnte es so weit sein", schätzt Udo Kienle. Koordiniert von der Universität Hohenheim, wurden unter Leitung von Dr. Kienle umfangreiche Versuche zur ersatzweisen Einführung der bis zu 60 Zentimeter hohen Staude für die europäischen Tabakbauern durchgeführt. Die Subventionen für den Tabakanbau sollen gestrichen werden, und da bietet sich als Alternative das tropische Kraut an, für das es noch keinen etablierten deutschen Namen gibt. Stevia rebaudiana, so die wissenschaftliche Bezeichnung, besitzt eine einzigartige Eigenschaft, sie speichert Süßstoffe in ihren Blättern.

Die üblichen pflanzlichen Speicherstoffe sind Traubenzucker oder Stärke, aber bei Stevia rebaudiana ist es das relativ kompliziert aufgebaute Steviosid, für Chemiker ein Mitglied der großenßen Gruppe der Diterpene. Aus Steviosid kann der menschliche Körper keine Kalorien gewinnen, es ist ein echter Zucker-Ersatzstoff den die Natur frei Haus liefert. Wegen der Süßkraft des Steviods, die 300fach über der von Rohr- und Rübenzucker liegt, wird die PfLanze in vielen Teilen der Welt seit langem landwirtschaftlich angebaut. Bearbeitung und Ernte aber erfolgen traditionell mit viel Handarbeit. Das wäre für die von Industrialisierung geprägte Landwirtschaft Europas zu teuer, und deshalb musste ein maschinelles Ernteverfahren entwickelt werden, was den Hohenheimern auch gelungen ist. Einmal in den Boden gesetzt, lassen sich dieselben Pflanzen drei bis fünf Jahre lang nutzen. Bei jeder der pro Jahr möglichen drei Ernten werden nur die oberirdischen Pflanzenteile abgeschnitten, die Wurzel treibt anschließend wieder aus. Speziell die Kleinbauern in den Mittelmeerstaaten, die auf durchschmittlich 1,5 Hektar Land Tabak anpflanzen, können mit Steviosid Einkommen erzielen, die eine Subvention unnötig machen.

Der einzige Haken sind jetzt noch Vorbehalte zur gesundheitlichen Unbedenktichkeit des Süßstoffes. Zwar gibt es dazu bereits eine Reihe von Untersuchungen, aber die entsprechen nicht den europäischen Standards. Doch Udo Kienle zweifelt nicht daran, dass der Nachweis der Unbedenklichkeit gelingen wird und führt zur Begründung an: "Schätzungsweise 100 Millionen Menschen konsumieren schon heute täglich Steviosid - in Japan bereits seit 30 Jahren. Gesundheitsprobleme sind bis heute nicht bekannt geworden."

So dürfte es nur eine Frage der Zeit sein, bis die im Nordosten Paraguays heimische Stevia-Pflanze eine europäische Nutzpflanze wird. In ihrer Heimat steht Stevia auf sehr nährstoffarmen Sandböden und das, so vermutet Dr. Kienle, ist der Grund, warum sie während ihres vegetativen Wachstums viel Speicherstoff in Form von Steviosid anhäuft, den sie dann für die Blüten- und Fruchtbildung wieder verbraucht.

aus: WELT am SONNTAG vom 30.06.02

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