Free Stevia: ZDF Zeit: Wie gut sind Light-Produkte?

Der vermeintlich natürliche Zuckerersatz aus der Stevia-Pflanze wird synthetisch hergestellt (?)

16.03.2014

Die Reihe ist: ZDF ZEIT und die Sendung trägt den Namen: Wie gut sind Light-Lebensmittel? Nach etwa 33 Minuten sind die Süßstoffe das Thema und damit auch Stevia. Wir haben den Dialog der Sprecherin des Beitrags mit Udo Kienle, „Süßstoffexperte“ der Uni-Hohenheim, dokumentiert und kommentiert:

Sprecherin: Als gesunde Alternative wird seit einiger Zeit der Zuckerersatz Stevia gepriesen. Angeblich völlig natürlich. An der Uni-Hohenheim in Stuttgart wird die Stevia-Pflanze angebaut und umfassend erforscht. Wächst hier ein neuer Wundersüßstoff?

Udo Kienle: Die künstlichen Süßstoffe oder allgemein Süßstoffe im Vergleich zu Zucker haben einen gemeinsamen Vorteil: sie haben keine Kalorien. Weitere Vorteile sind: sie sind diabetikerverträglich und zwar alle und sie sind zahnschonend, das sind auch alle.

Free Stevia kommentiert: Nicht jeder Süßstoff ist für alle Menschen verträglich. Darum müssen Lebensmittel, die z.B. mit Aspartam gesüßt sind, einen Warnhinweis tragen. Das entfällt bei Stevia völlig. Stevia ist hitzestabil beim Kochern und Backen, das sind eben nicht alle Süßstoffe. Es gibt nur einen Süßstoff, der ein enormes antioxidatives Potential hat: Stevia.

Sprecherin: Aber anders als Zucker werden Süßstoffe synthetisch hergestellt. Das gilt für alle Süßstoffe, auch für solche, die aus Pflanzen gewonnen werden. Der vermeintlich natürliche Zuckerersatz aus der Stevia-Pflanze bildet da keine Ausnahme.

Free Stevia kommentiert: das ist absoluter Unsinn. Stevia ist kein synthetischer Süßstoff. Die süßenden Stoffe, die in den Blättern vorliegen, sind die gleichen, die nach der Aufreinigung als weißes Pulver zum Süßen zum Einsatz kommen. Dagegen ist z.B. Aspartam ein typisch synthetischer Süßstoff. Bei dessen Herstellung reagieren unterschiedliche Stoffe zu völlig neuen Verbindungen, wie das eben bei einer chemischen Synthese üblich ist.

Udo Kienle: Also der Süßstoff aus der Stevia-Pflanze ist im Prinzip wie künstliche Süßstoffe. Es hat eine natürliche Grundlage, die Blätter, aber im Prinzip werden auch diese Süßstoffe aus der Stevia-Pflanze chemisch gewonnen.

Free Stevia kommentiert: das ist Nonsens und entbehrt jeder wissenschaftlichen Grundlage. Dass die Süßstoffe der Stevia mit Wasser gelöst und weiter gereinigt werden, hat mit Methoden der Synthese nichts zu tun. Der Verbraucher bekommt am Ende die gleichen Moleküle so wie diese auch natürlich in der Pflanze Stevia rebaudiana vorkommen und nichts anderes.

Sprecherin: Anders als Zucker, der aus Zuckerrüben im Prinzip nur herausgekocht wird, lassen sich Süßstoffe nur durch den Einsatz von Chemikalien herstellen.

Free Stevia kommentiert: Es ist naiv zu behaupten, dass Zucker im Prinzip nur aus der Rübe herausgekocht wird. Kurioserweise wird für die Herstellung von Zucker genau der gleiche chemische Hilfsstoff genutzt wie für die Isolierung der süßen Inhaltstoffe aus der Pflanze Stevia: Kalk ( Calciumhydroxid) .

Sprecherin: Dr. Kienle zeigt uns im Labor, wie aus dem Naturprodukt „Stevia“ ein Süßstoff gemacht wird. Am einfachsten wäre es mit genügend Wasser. Schon in einem solchen Stevia-Sud wäre viel Süße aus den Blättern herausgelöst.

Udo Kienle: Das ist quasi auch schon ein Süßungsmitttel, kann man als Tee trinken, oder auch damit Süßen. Das ist quasi die Natur – noch.

Sprecherin: Das Problem: für Süßstoff ist ein Reinheitsgebot vorgeschrieben. Deshalb kommen Chemikalien zum Einsatz: Phosphorsäure und Aluminiumsalz. Das Ergebnis: zugelassene, aber nicht mehr natürliche Süße. Dreihundert mal süßer als Zucker und ohne Kalorien.

Free Stevia kommentiert: Statt wie üblich Kalk könnte man auch ein anderes Fällungsmittel einsetzen. Aluminiumsulfat oder Eisen-III-Chlorid ergeben den gleichen Effekt. Und um eine Fällung zu optimieren, könnte man statt Zitronensäure sicher auch Phosphorsäure nutzen. Vieles ist möglich – doch man wählt hier das was drastisch klingt. Zufall?

Der Laie kann solche Meinungen kaum einschätzen und bekommt bei "Aluminiumsalz" und "Phosphorsäure" verständlicherweise ein unbehagliches Gefühl. Aluminiumsalze können vermutlich Brustkrebs auslösen. Im Verdacht dazu steht allerdings Aluminiumchlorid und nicht Aluminiumsulfat. Phosphorsäure ist übrigens als Säuerungsmittel Zutat von Coca-Cola.

Es ist sehr bedenklich, wenn Hilfsstoffe und Verfahren so dargestellt werden, als würden diese die Gesundheit der Verbraucher gefährden. Dabei werden diese Hilfsstoffe (Kalk, Aluminiumsulfat und Eisen-III-Chlorid) sowie physikalische Trennungsmethoden (Ionenaustauscher) üblicherweise in jedem kommunalen Wasserwerk zur Aufreinigung eines der wichtigsten Lebensmittel eingesetzt: TRINKWASSER

Udo Kienle: das Endprodukt, dieses weiße Pulver, ist kein Naturprodukt mehr. Es ist nichts anderes, als ein ganz normaler einfacher Süßstoff, zwar aus der Pflanze, aber ein Süßstoff.

Free Stevia: Vielleicht hat man sich zu sehr auf die Meinung eines umstrittenen Experten verlassen. Wie konnte das also passieren Frau Elin Carlsson? In der ZDF-Mediathek ist der Beitrag inzwischen nicht mehr zu finden. Da muss man schon auf You Tube ausweichen.