Free Stevia: GO4STEVIA

Vom Acker statt aus der Fabrik: Natürliches Süßungsmittel Stevia soll 2016 endgültig marktreif sein

14.01.2014

GO4STEVIA heißt das Projekt in Kurzform, das mit knapp 3 Millionen Euro finanziert ist. Fast 80% davon trägt allein die Europäische Union. Gestartet wurde bereits im Februar 2013. Projekt-Ende soll Anfang 2016 sein.

Doch es ist nicht das erste Forschungs-Projekt zu Stevia, das von der EU finanziell gefördert wird. Da tat sich schon einiges. Hier ein Überblick:

Projektname

Acronym als LINK

Dauer

Kosten

Optimised production and harvesting technique of the alternative crop Stevia rebaudiana Bertoni

FAIR-CT97-3751

1998-2002

1.043.000 €

Diversification for tobacco growing regions in the southern European Union

DIVTOB

2006-2007

400.000 €

Diversification for tobacco growing farms by the alternative crop Stevia rebaudiana Bertoni

DIVAS

2009-2012

1.500.000 €


Zu FAIR-CT97-3751 gab es nie eine überprüfbare Veröffentlichung der Ergebnisse. Diese wurden aber im nächsten Projekt DIVTOB (1) dazu herangezogen, um die Wirtschaftlichkeit des Stevia-Anbaus zu untermauern. Das ist eine sehr ungewöhnliche Vorgehensweise. Eine Veröffentlichung zu dem Projekt DIVTOB finden Sie HIER. Ein Ergebnis zu DIVAS liegt bislang nicht öffentlich vor.

- Es ist ja nicht so, dass man etwas dagegen hätte, wenn man für die Tabakbauern nach wirtschaftlichen Alternativen sucht – im Gegenteil. Nur hat man sich damit sehr viel Zeit gelassen. Dass nun trotzdem vereinzelt Stevia in Südeuropa auf Feldern gedeiht, geht eher auf einzelne private Initiativen zurück. Hilfreich war es dabei nicht, dass aus Hohenheim über Jahre hinweg gedroht wurde, der Anbau von Stevia sei in Europa verboten. Herr Udo Kienle - ein Agronom und kein Jurist - ist eben dann ein phantasievoller Mensch, wenn´s ihm gerade gut passt.

- Der Konzern CARGILL will also synthetische Steviolglycoside mit Hilfe von genetisch veränderten Hefen herstellen. Wir berichteten dazu bereits am 08.03.2013 auf dieser Seite. Der Wunsch ist auch hier der Vater des Gedankens. Nicht alles, was man in der Vergangenheit angekündigt hatte, wurde stets erfolgreich umgesetzt. Auch ist inzwischen bekannt, dass die Kommission nie einem solchen Herstellungsverfahren zustimmen wird.

Es ist genauso fraglich, ob dieser Hohenheimer Gegenentwurf eines natürlichen Stevia-Süßungsmittels gelingt. Was ein Süßungsmittel ist, das als natürlich ausgelobt werden darf, dazu hat sich das BAG in Bern mit dem Informationsschreiben Nr. 158 bereits entschieden. Demnach wäre als natürlich nur ein Rohextrakt wie Stevia-Sirup, Instant oder das grüne Blatt der Stevia auszuloben. Das alles gibt es allerdings schon auf dem europäischen Markt als legale Zutaten. Dafür ist keine Zulassung als Novel-Food und auch keine sinnlosen Tierversuche notwendig, wenn man sich heute schon in Hohenheim absolut sicher ist, dass Stevia kein gesundheitliches Risiko darstellt:
Udo Kienle: „Ich bin mir zwar absolut sicher, dass Stevia harmlos ist, aber es fehlt eben noch der endgültige Nachweis dafür.“ Den sollen Ratten liefern - sezierte.

(1) Projekt DIVTOB dort Seite 87