Free Stevia: wie gesund ist Stevia? > Bericht der EU

Bericht des Wissenschaftlichen Lebensmittelausschusses der EU zu Steviosid, dem Inhaltsstoff von Stevia rebaudiana

EUROPÄISCHE KOMMISSION
GENERAL DIREKTORAT-XXIV
KONSUMENTENPOLITIK UND KONSUMENTEN GESUNDHEITSSCHUTZ

Direktorat B – Wissenschaftliche Beurteilungen zu Gesundheitsfragen
Einheit B3 – Verwaltung der wissenschaftlichen Ausschüsse II

WISSENSCHAFTLICHE LEBENSMITTELKOMMISSION CS/ADD/EDUL/167 abschließend

17 Juni 1999

Beurteilung von Steviosid als Süßstoff

(erstellt am 17/6/99)
Rue de la Loi 200, B-1049 Bruxelles/Wetstraat 200, B-1049 Brussel - Belgium - Office: BE232 - 6/37.
Telephone: direct line (+32-2)295.81.10/ 296.48.70, exchange 299.11.11. Fax: (+32-2)299.48.91
Telex: COMEU B 21877. Telegraphic address: COMEUR Brussels.

http:/lwww.europa.eu.int/comm/dg24/health/sc/scf/index_en.html (englische Originalversion des Textes)

Begriffsbestimmung

Zur Wiederbewertung der Sicherheit von Steviosid (13-[(2-O-b -D-gIucopyranosyl)oxy]-kaur-16-en-18-oic acid-4a -b-D-gIucopyranosyl ester), einem Glykosid des diterpenen Auszugs Steviol, extrahiert und raffiniert aus den Blättern der Stevia rebaudiana Bertoni, zum Gebrauch als Süßstoff unter Berücksichtigung zusätzlich erhaltener Informationen.

Hintergrund

Steviosid ist ein hochintensiver Süßstoff, 250-300 mal stärker als Zucker, bestimmt für den Gebrauch in einer großen Palette von kalorienarmen bzw. kalorienreduzierten Nahrungsmitteln und Erfrischungsgetränken. Stevia rebaudiana stammt aus Südamerika. Sowohl die Pflanze als auch deren Auszüge werden seit einigen Jahren als Süßstoff in Südamerika, Asien, Japan und China genutzt.

Steviosid wurde von der Kommission zum ersten Mal während seiner vergleichenden Betrachtung von Süßstoffen 1985 begutachtet (1). Die Beurteilung der Sicherheit von Steviosid wurde von der Kommission 1989 auf den neuesten Stand gebracht. (2). In beiden Beurteilungen hat die Kommission in Bezug auf die Reinheit der getesteten Extrakte, des Stoffwechsels von Steviosid, der Mutagenität der Stoffwechselprodukte, fraglicher chronischer Toxizität und kanzerogener Studien, und schließlich zur Durchführung der Studien zur Beeinflussung von Fruchtbarkeit und Fehlbildung bedenken gehabt. Schließlich konnte die Kommission den Gebrauch auf Grundlage der veröffentlichten Dokumentation nicht akzeptieren und Stevia-Extrakte aus den Blättern der Stevia rebaudiana wurden als toxikologisch nicht akzeptabel beurteilt.

Seitdem hat die Kommission eine weitere Eingabe (3) und einen sich darauf beziehenden Anhang (4) erhalten, den Gebrauch von Steviosid, aus den Blättern der Stevia rebaudiana Bertoni extrahiert und raffiniert , als Süßstoff zu genehmigen.

Zusätzlich zu den eingeschränkten Informationen, die durch den Eingabesteller eingereicht wurden, wurden weitere publizierte Studien berücksichtigt.

Das FAO/WHO Joint Expert Committee on Food Additives and Contaminants (JECFA) beurteilte Steviosid 1998 und kam zu dem Schluss, dass es auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht möglich sei, eine tägliche Höchsteinnahme-Menge festzulegen (5).

Beschaffenheit der Steviosidpräparate

Steviosid wird aus den Blättern der Stevia rebaudiana Bertoni isoliert und gereinigt. Eine Reihe von Steviosidpräparaten wurden in verschiedenen Reinheitsgraden vorgestellt oder sind in Verbreitung außerhalb der EU. Die Blätter enthalten natürlicherweise eine komplexe Mischung von acht süßen diterpenen Glykosiden, einschließlich Steviosid, Steviolbiosid, Rebaudiosid (A,B,C,D,E) und Dulcosid A. In der Mehrheit der toxikologischen Studien ist die Zusammensetzung des getesteten Extrakts nicht angemessen definiert. Insbesondere sind Studien über Steviosidpräparate, die reiner als 95% sind, in der Minderzahl.

Die meisten Studien wurden an einfachen Extrakten der S. rebaudiana oder Mixturen von Steviosiden und anderen süßen Glykosiden von S. rebaudiana in niedriger Reinheit durchgeführt. Die augenblickliche Eingabe bezieht sich auf Stevioside, die nach mehrfachen selektiven Extraktionen von S. rebaudiana, gefolgt durch Rekristallisation, isoliert und gereinigt wurden. Daraus folgt eine Steviosidreinheit von mehr als 95%, mit Rebaudiosid A als größter Verunreinigung (2%).

Toxikologische Bewertung

Stoffwechselstudien: Nach oraler Gabe von radioaktiv bestrahltem Steviosid wurde 1.5% der Radioaktivität im Urin intakter Ratten ausgeschieden, während Ratten, deren Galle abgebunden war, 96% der Radioaktivität im Urin ausschieden (6). Dies weist auf eine enterohepatische Zirkulation von Steviosid und/oder seinen Stoffwechselprodukten mit einer Halbwertzeit von 24 Std. hin.

Nach oraler Steviosidgabe an eine Ratte, scheint der Hauptteil durch die Darmflora zu Steviol abgebaut zu werden (6). In vitro Studien, die die Darm-Mikroflora von Ratten benutzten, zeigten, dass innerhalb von zwei Tagen der Abbau von Steviosid und Rebaudiosid A ca. 100% bzw. 65% beträgt (7). Steviosid wird nicht, Steviol jedoch schnell absorbiert. Es wird später als Konjugat in der Galle ausgeschieden, das schließlich über den Kot ausgeschieden wird (6,7). Wingard et al. schlossen daraus auch, dass dieser Abbau von Steviosid auch im menschlichen Körper auftreten könnte. Der Abbau von Steviosiden, verursacht durch verschiedene Verdauungsenzyme, wurde kürzlich in den Verdauungstrakten verschiedener Tierarten nachgewiesen (8). Die Mikroflora des menschlichen Kots baut Steviosid sowohl zu Steviol als auch zu Steviol-16, 17a-epoxid um (8).

Demzufolge können Steviol und seine Epoxide gebildet und schließlich absorbiert werden. Da Steviol in vitro mutagenetisch (s.u.) ist, ist seine Bildung potentiell bedenklich. Pharmako-kinetische (ADME-)Studien beim Menschen mit besonderem Bezug zur Aufnahme im Darmtrakt und zum Stoffwechselmuster nach oraler Gabe wären essentiell für die Erforschung der Sicherheit von Steviosid.

Mutagenitätsstudien: Verschiedene Studien mit rohen Steviosidkristallen sind verfügbar und zeigen, dass die Zusammensetzung nicht mutagen ist. Dies hat sich wiederholt in unterschiedlichen bakteriellen Tests gezeigt, wie dem Ames Test in S. typhimurium, des weiteren dem Mutationstest in B. subtilis, dem spore rec test und Tests für chromosomatische Abweichung in Säugetierzellen in CRL und menschlichen Lymphozyten in vitro (5).

Das Steviosid-Stoffwechselprodukt Steviol zeigt jedoch mutagene Aktivität im Mutationstest unter Benutzung von S. typhimurium TM6777 sowohl in Anwesenheit eines metabolischen Aktivierungssystems als auch in CHL Zellen in vitro (genetische Mutationen und chromosomale Abweichungen)( (9,10). Steviol war negativ im Mäuse mikronucleus Test (10). Da Studien, die die menschliche Darmflora benutzen, zeigen, dass die Biotransformation zu Steviol auftreten kann, sind zusätzliche Studien zur Mutagenität nötig. Steviol muss weiter im System von Säugetieren in vivo studiert werden.

Akute Toxizität: Steviosid und Steviol haben eine sehr niedrige akute Toxizität bei Maus, Ratte und Hamster (11-13).

Subchronische Toxizität: Es wurden drei Studien zur subchronischen oralen Toxizität in Ratten publiziert, zwei auf Japanisch (12,14) und eine weitere auf Koreanisch (15), von denen auf Englisch nur Zusammenfassungen verfügbar sind. In einer der Rattenstudien (14), einer 13-wöchigen Studie zur Findung der Dosierungshöhe, wurde Zellbrand in der Leber aller behandelten männlichen Ratten festgestellt. (niedrigste Dosierung entsprechend 155 mg/kg Körpergewicht). Die Kommission war jedoch nicht in der Lage diese Studien auszuwerten.

Chronische Toxizität und Karzinogenizität: Yamada et al.(16) haben eine Langzeitstudie über Steviosid durchgeführt. Die Studie wurde mit F344 Ratten durchgeführt. Die Zeit der Studie betrug 22 Monate für männliche und 24 Monate für weibliche Ratten. Ein gereinigter Heißwasserextrakt von S. rebaudiana, der das Equivalent von insgesamt ca. 95% süßen Glykoside (74,5 % Stevioside und 16.3 % Rebaudioside) enthielt, wurde in Dosen von 0.1, 0.3 und 1% je Dosis Gruppen gegeben, die aus jeweils 70 männlichen und 70 weiblichen Ratten bestanden. Die hohe Dosis basierte auf einer geschätzten menschlichen Einnahme von 4 mg/kg Körpergewicht und einem hinzugerechneten Sicherheitsfaktor von 100. Die Hauptergebnisse waren reduzierte Spermatogenese, herabgesetztes Gewicht der Samenbläschen, interstitielles Zellwachstum in den Hoden, Knochenmark-Zellvermehrung in den Nebennieren, Verkümmerung der Thymus, entzündliche Läsionen in der Trachea und den Lungen, altersbedingten Veränderungen der Nieren (wie die Degeneration des röhrenförmigen Zellgewebes, hyaline Zylinder und glomeruläre Sklerose) und Pigmentation und erhöhte Haematogenese der Milz, bei Ratten, die S. rebaudiana Extrakt erhalten hatten, war dies häufiger. Die obige Information wurde einer ausführlichen Zusammenfassung entnommen, die vom Antragsteller zur Verfügung gestellt wurde. Diese zusammenfassende Information reichte jedoch nicht aus um festzustellen, ob diese Studie die karzinogenen Aspekte ausreichend erforscht.

Xili et al. haben eine kombinierte Langzeit- und Karzinogenizitäts-Studie an Wistar-Ratten angestellt, bei der Steviosidpulver von 85% Reinheit benutzt wurde (17). Steviosid wurde der Nahrung beigegeben in 0, 0.2, 0.6 und 1.2% entsprechend 100, 300 und 600 mg/kg Körpergewicht/Tag. Jede Gruppe bestand aus 45 männlichen und 45 weiblichen Ratten. Es wurden keine mit der Behandlung zusammenhängende Effekte beobachtet, und das Auftreten von nicht-neoplastischen und neoplastischen Veränderungen stand in keinen Zusammenhang mit der Höhe der Steviosidgabe in der Nahrung. Entsprechend war die NOEL die höchste Dosierung, d.h. 600 mg/kg Körpergewicht/Tag. Angesichts eines Fehlens toxischer Effekte und einer nicht angemessen beschriebenen chemischen Zusammensetzung der Testzusammensetzung, der relativ niedrigen Reinheit und Dosierung des Steviosid, das in der Studie benutzt wurde, war es für die Kommission nicht möglich, zu beurteilen, ob diese Studie die karzinogenen Aspekte angemessen untersucht.

Eine neue Karzinogenizitätsstudie, an F344 Ratten mit gereinigtem Steviosidextrakt (95,6% Reinheit)(18) durchgeführt, wurde kürzlich veröffentlicht. Die Dosen entsprachen 155, 310, 625, 1250 und 2500 mg/kg Körpergewicht/Tag, jede Gruppe bestand aus 50 männlichen und 50 weiblichen Tieren. Höhe und Art der Verunreinigungen des Extrakt wurden nicht aufgeführt. Man kam zu dem Schluss, dass Steviosid in F344 Ratten unter diesen experimentellen Umständen nicht karzinogen ist. Jedoch haben nahezu alle männlichen Ratten einschließlich der Kontrollgruppe interstitielle Zelltumore in den Hoden entwickelt. Eine Hauptsorge in vorhergehenden Studien, ebenso wie dieser, ist der Effekt auf das männliche Reproduktionssystem (siehe unten). Auf einen möglichen behandlungsbezogenen Effekt auf das testikulare System kann jedoch nicht geschlossen werden bei einer Rattenart, die normalerweise testikulare Veränderungen zu entwickeln scheint. Die Kommission hat schon vorher vorgeschlagen, dass eine Langzeitstudie in Bezug auf orale Toxizität und Karzinogenizität an einer anderen Rattenart als F344 Ratten durchgeführt werden sollte. Dies scheint immer noch nötig in Bezug auf die Zusammensetzung, die hier genehmigt werden soll.

Fruchtbarkeit und Teratogenität: Die Blätter von S. rebaudiana wurden von Paraguayanischen Indianern in Tee als Kontrazeptivum für Männer benutzt. Über Extrakte von S. rebaudiana (10 ml eines 5%igen Extrakts), die Ratten im Trinkwasser gegeben wurden, wurde berichtet, dass sie Perioden der Unfruchtbarkeit von bis zu zwei Monaten verursacht haben (19). Eine zielgerichtete organische Toxizität auf das männliche Reproduktionssystem (s.o. für Langzeit-Toxizitätsstudien), die schließlich auch die Fruchtbarkeit beeinflussen könnte, kann aufgrund der Tierstudien nicht ausgeschlossen werden.

Verschiedene Studien mit S. rebaudiana Extrakten berichten über Effekte auf das männliche Reproduktionssystem, wie reduzierte Spermatogenese, vermindertes Gewicht der Samenbläschen und interstitielle Zellwucherung in den Hoden (16). Die Verabreichung eines wässrigen S. rebaudiana Extrakts (entsprechend 0,667g getrockneten Blättern/ml, 2 ml zweimal täglich je Ratte ) über 60 Tage verkleinerte das Gewicht der Samenbläschen um ca. 60% (20). Mazei-Plans und Kuc zeigten, dass eine wässrige Abkochung von S. rebaudiana Extrakten die Fruchtbarkeit auf 21% verglichen mit 100% bei den Kontrollratten reduzierte. Die Fruchtbarkeit blieb nach einer Erholungsphase von 50 bis 60 Tagen reduziert (47%). In den meisten alten Studien über das Reproduktionsverhalten jedoch war die verabreichte Dosis niedrig und nicht vergleichbar zu denen die in anderen Toxizitätsstudien benutzt wurden. Des weiteren wurden die verabreichten Stevioidextrakte nicht ausreichend chemisch beschrieben.

Der Antragsteller führt im Gesuch an, das verfügbare Resultate nicht belegen, dass Steviosid embryotoxische oder teratogene Effekte herbeiführt. Dieses Statement wird wissenschaftlich unterstützt durch drei Studien, eine an Hamstern (21), und zwei an Ratten (22, 23). Den Hamstern wurde Steviosid ( 500, 1000 und 2500>mg/kg Körpergewicht/Tag, 90% Reinheit) gefüttert. Während dieser Zeit wurden sie gepaart und durften drei Würfe Junge haben (21). Fruchtbarkeit, Paarungsverhalten, Trächtigkeit, Anzahl der Föten, ebenso wie Größe und Fruchtbarkeit der Nachwuchses waren durch die Behandlung nicht beeinflusst. Die teratogenen Effekte jedoch wurden nicht studiert. In einer der Rattenstudien (22), wurde Wistar Ratten Steviosid in der Nahrung gegeben ( 0.15, 0.75 und 3%, entsprechend to 150, 750 und 3000 mg/kg Körpergewicht/Tag, 96% Reinheit). Männchen wurden 60 Tage vor und während der Paarungsperiode, Weibchen 14 Tage vor und während der Trächtigkeit behandelt. Die Resultate zeigten keine Behandlungseffekte auf die Fruchtbarkeit und das Paarungsverhalten, die Föten entwickelten keine Fehlbildungen. In der anderen Rattenstudie (23) wurde Steviosid (95,6% Reinheit) in Dosen von 250, 500 und 1000 mg/kg Körpergewicht/Tag vom 6. bis 15. Tag der Schwangerschaft gegeben. Es zeigten sich keine teratogenen Effekte. Als jedoch Steviol, das Stoffwechselprodukt des Steviosids, Hamstern (20 je Gruppe) vom 6. bis 10. Tag der Schwangerschaft in Dosen von 500-1000 mg/kg Körpergewicht/Tag gegeben wurde, entwickelte es Toxizität (24). Die Anzahl der lebendigen Föten und des allgemeinen Fötengewichts nahm ab. Die Nieren der Muttertiere zeigten eine dosisabhängige Verhärtung des röhrenförmigen Gewebes in den Nieren. Bis zu einer Dosis von 250 mg/kg Körpergewicht/Tag zeigte sich kein Toxizitätseffekt an Muttertier und Fötus.

Daraus kann geschlossen werden, dass Steviol, aber nicht Steviosid, in hoher Dosierung Toxizität zu entwickeln scheint. Die Daten jedenfalls suggerieren, dass Steviosid Effekte auf die männliche Reproduktionskraft haben könnte. Da Steviosid die männlichen Reproduktionsorgane beeinträchtigen könnte und auch angeblich als Kontrazeptivum wirksam sein kann, werden weitere Untersuchungen benötigt. Sie sollten mit der spezifischen Steviosidzubereitung, deren Anerkennung erlangt werden soll, durchgeführt werden.

Spezielle Studien: Bei Ratten scheint es einen blutgefäßerweiternden Effekt zu geben, der verminderten Druck der Hauptarterie und Senkung des Nierengefäßwiderstands verursacht (25). Die Autoren schlossen, dass Steviosid möglicherweise wie Verapamil als Calcium Inhibitor fungiert. Bevor jedoch endgültige Schlüsse über die möglichen Effekte von Steviosid auf Nieren und das Kardiovaskuläre System gemacht werden können, werden definitive klinische Studien benötigt.

Die Effekte von Steviosid und Steviol auf den Kohlenstoff-Stoffwechsel sind nicht völlig geklärt. Einige der zitierten Referenzen weisen auf Effekte auf die Blutzuckerhöhe und auf das Leberglykogen (5, 26), aber die Resultate sind fraglich.

Zusammenfassung

In der Sicherheitseinschätzung der spezifischen Steviosidzubereitung, deren Anerkennung beantragt wurde, stellten sich der Kommission einige Bedenken bezüglich der Spezifikation der Extrakte, die untersucht worden waren. Fraglich sind chronische Toxizität und Karzinogenizitätsstudien, und mögliche Effekte auf das männliche Reproduktionssystem, die die Fruchtbarkeit beeinflussen könnten. Desweiteren ist Steviol, ein Stoffwechselprodukt von Steviosid, das durch die menschliche Darmflora produziert wird, genotoxisch und weist auf Entwicklungstoxizität hin. Die Kommission ist mit der beigefügten Dokumentation nicht befriedigt und hat Bedenken über eine mögliche Toxizität. Gebiete, die einer weiteren Untersuchung bedürfen sind in der obigen Beurteilung angeführt. Die Kommission wiederholt seine frühere Einschätzung dass die Substanz auf Grundlage der augenblicklich verfügbaren Daten nicht als Süßstoff akzeptabel ist.

Quellen

1.   Commission of the European Communities. Food Science and Techniques. Reports of the Scientific Committee for Food (Sixteenth series). ISBN 92-825-5773-1. Luxembourg, Office of Offlcial Publications of the EC, 1985.

2.   Commission of the European Communities. Food Science and Techniques. Reports of the Scientific Comrnittee for Food (Twenty-first series). ISBN 92-826-0823-9. Luxembourg, Office of Official Publications of the EC, 1989.

3.   Application for using stevioside, extracted and refined from Stevia rebaudiana Bertoni leaves, as a sweetener. SCF Dossier EC 161.01(1997), submitted by SPECCHIASOL SRL, Italy.

4.   Dossier-Addendum (1999) to ,,Application for using stevioside, extracted and refined from Stevia rebaudiana Bertoni leaves, as a sweetener. SCF Dossier EC 161.01(1997), submitted by SPECCHIASOL SRL, Italy".

5.   Joint FAO/WHO Expert Committee on Food Additives. Toxicological Evaluation of Certain Food Additives. WHO Food Additives Series 42:119-143, Geneva, 1999.

6.   Nakayama K., D Kasahara and F Yamamoto. Absorption, distribution, metabolism and excretion of stevioside in rats. J. Food Hyg. Soc. Japan 27:1-8, 1986 (Abstract in English).

7. Wingard RE., J Brown, FE Enderlin, JA Dale, RL Haile and CT Seitz. Intestinal degradation and absorption of the glycosidic sweeteners stevioside and rebaudioside

A.   Experentia 36:519-520, 1980.

8.   Hutapea AM., C Toskulkao, D Buddhasukh, P Wilairat and T Glinsukon. Digestion of stevioside, a natural sweetener, by various digestive enzymes. J. Clin. Biochem. Nutr. 23:177-186, 1997.

9.   Pezzuto JM., CM Compadre, SM Swanson, NPD Nanayakkara and AD Kinghom. Metabolically activated steviol, the aglycone of stevjoside, is mutagenic Proc. NatI. Acad. Sei. (PNAS) 82:2478-2482, 1985.

10. Matsui M., K Matsui, Y Kawasaki, et aL Evaluation of the genotoxicity of stevioside and steviol using six in vitro and one in vivo mutagenicity assays. Mutagenesis 11:573-579, 1996.

11. Medon PJ., JM Pezzuto, JM Hovanec-Brown, NP Nanayakkara, DD Soejarto, SK Kamath and AD Kinghorn. Safety assessment of some Stevia rebaudiana sweet principles. Fed. Proc. 41:1568, 1982.

12. Asaki H. And Yokoyama. Dried-leaf extracts of Stevia. Toxicological tests. Shokukin Kogyo 18:34-43, 1975 (In Japanese, partial English translation provided).

13. Toskulkao, C., L Chaturat, P Temcharoen and T Glinsukon. Acute toxicity of stevioside, a natural sweetener, and its metabolite, steviol, in several animal species. Drug and Chemical Toxicology 20:31-44, 1997.

14. Aze, Y., K Toyoda, K Imaida, S Hayashi, T Imazawa, Y Hayashi and M Takahashi. Subchronic oral toxicity of stevioside in F344 rats. Eisei Shikenjo Hokoku - Bulletin of National Institute of Hygienic Sciences 109:48-54,1991 (Abstract in English).

15. Lee SJ., KR Lee, JR Park, KS Kim, and BS Tchai. A study on the safety of stevioside as a new sweetening source. Korean Journal of Food Science and Technology 11:224-231, 1979 (In Korean, abstract in English).

16. Yamada A., S Ohgaki, T Noda and M Shimizu. Chronic toxicity study of dietary Stevia extracts in F344 rats. J. FOOd Hyg. Soc. Japan 26:169-183, 1985 (Abstract in English. Partial English translation provided).

17. Xili, L., B Chengjiany, X Eryi, et. al. Chronic oral toxicity and carcinogenicity study of stevioside in rats. Fd. Chem. Toxic. 30:957-965, 1992.

18. Toyoda K., H. Matsui, T. Shoda, C. Uneyama, K. Takada and M. Takahashi. Assessment of the carcinogenicity of stevioside in F344 rats. Food Chem. Toxicol. 35:597-603, 1997.

19. Mazei-Planas G. and J Kuc. Contraceptive properties of Stevia rebaudiana. Science 162:1007, 1968.

20. Oliveira-Filho RM., OA Uehara, CA Minetti and LB Valle. Chronic administration of aqueous extract of Stevia rebaudiana (Bert.) Bertoni in rats: endocrine effects. General Pharmacology 20:187-191, 1989.

21. Yodyingyuad V. And S Bunyawong. Effect of stevioside on growth and reproduction. Human Reproduction 6:158-165, 1991

22. Mori N., M. Sakanoue, M Takeuchi, K. Shimpo and T Tanabe. Effects of stevioside on fertility in rats. J. Food Hyg. Soc. Japan 22:409-414, 1981 (Abstract in English).

23. Usami M., K Sakemi, K Kawashima, M Tsuda and y Ohno. Teratogenicity study of stevioside in rats. Eisei Shikenjo Hokoku - Bulletin of National Institute of Hygienic Sciences 113:31-35, 1995 (Abstract in English. Translation of article in English).

24. Wasuntarawat C., P Temcharoen, C Toskulkao, P Mungkornkarn, M Suttajit and T Glusukon. Developmental toxicity of steviol, a metabolite of stevioside, in the hamster. Drug & Chemical Toxicology 21:207-222, 1998.

25. Melis MS. and AR Sainati. Effects of calcium and verapamil on renal functions of rats during treatment with stevioside. J. Ethnopharmacology 33:257-262, 1991.

26. Ishii EL., AJ Schwab and A Bracht. Inhibition of monosaccharide transport in the intact rat liver by stevioside. Biochemical Pharmacology 36:1417-1433, 1987.

Dies ist die deutsche Übersetzung des EU-Berichts „Opinion on STEVIOSIDE AS A SWEETENER“. Dieses Dokument kann Übersetzungsfehler enthalten. Die englische Version des Dokumentes befindetsich unter:http:/www.europa.eu.int/comm/dg24/health/sc/scf/index_en.html

Bitte melden Sie Fehler oder Verbesserungsvorschläge zu dieser Übersetzung an die Übersetzerin. Die Rechte an dieser Übersetzung liegen bei der Übersetzerin.
Copyright © 2001 Anne Lellau

 

Herausgegeben von: Förderkreis „Free Stevia“
Ansprechpartner: Frau Margitta Holly, Scharnhorst Str.1,
D-65195 Wiesbaden, BRD, Fax +49 (0) 611-940 6839.
Sämtliche Ausführungen in dieser Darstellung unterliegen den Bestimmungen des Copyrights und des Haftungsausschluss. Die Wiedergabe ist vorbehaltlich anderslautender Bestimmungen NICHT gestattet. „Free Stevia" übernimmt keinerlei Verantwortung oder Haftung für die Angaben in dieser Darstellung.
m.holly@freestevia.de

 

Impressum | Site Map | Haftungsausschluss | Kontakt | Besucher bisher:Besucherzähler| ©2007 Free Stevia